Grünliberale Thurgau setzen auf ein Co-Präsidium: Christina Pagnoncini und Stefan Leuthold entscheiden Kampfwahl für sich

Die GLP Thurgau konnte zuletzt Erfolge verbuchen: Bei den Grossratswahlen legte die Partei zwei Sitze zu. Nun haben die Delegierten in Kreuzlingen das neue Präsidium bestellt. Sie geben dem Duo Christina Pagnoncini und Stefan Leuthold gegenüber Marco Rüegg den Vorzug. Sie übernehmen das grünliberale Ruder von Robert Meyer, der die Partei lange Jahre führte – und auch Gründungspräsident der GLP Thurgau war.

Sebastian Keller
Merken
Drucken
Teilen
Christina Pagnoncini (48, Alterswilen) und Stefan Leuthold (52, Frauenfeld) präsidieren neu die GLP Thurgau.

Christina Pagnoncini (48, Alterswilen) und Stefan Leuthold (52, Frauenfeld) präsidieren neu die GLP Thurgau.

Bild: Andrea Stalder

Die Delegierten der GLP Thurgau haben in einer geheimen Wahl ihr neues Präsidium bestellt. Zur Wahl stellten sich ein Co-Präsidium mit Christina Pagnoncini und Stefan Leuthold sowie Marco Rüegg als Einzelkandidat. Alle drei sitzen für die Partei im Grossen Rat. In einer kurzen Vorstellung skizzierten die Kandidaturen ihren Plan für die GLP Thurgau.

Das Duo äusserte konkrete Ziele für die Partei. So wollen sie 2023 für die GLP einen Nationalratssitz ergattern; bei den Grossratswahlen zielen sie auf 12 Sitze ab, aktuell hat die Partei neun Mandate. Sie strichen den Vorteil eines Co-Präsidiums hervor: So seien Männer- wie Frauenanliegen vertreten, auch die Meinungsvielfalt spreche für diese Form der Parteiführung.

Marco Rüegg, aufgewachsen im sonnenarmen Zigerschlitz, wiederum bekannte sich klar zur Energiewende. «Wir müssen sehr viel mehr machen, um die Transformation zu schaffen», sagt er. So sei der Anteil der Solarenergie im Thurgau mit nur vier Prozent immer noch zu tief. Rüegg hat auch schon verschiedene Firmen in diesem Bereich gegründet.

Schliesslich entschieden sich die Delegierten für Pagnoncini und Leuthold. So fällt die Wahl aus:

  • Co-Präsidium: 22 Stimmen
  • Marco Rüegg: 10 Stimmen
Marco Rüegg (46, Gachnang).

Marco Rüegg (46, Gachnang).

Andrea Stalder

Ja zur kantonalen Vorlage

Auch die Parole für die nächsten Abstimmungen haben die Delegierten der GLP Thurgau gefasst. Ja sagen sie zur Konzernverantwortungsinitiative - wie schon die nationale Partei am Samstag. Die Zustimmung fällt doch ziemlich deutlich aus: mit 21 Ja- zu 11 Nein-Stimmen.

Die zweite Vorlage, die am 29. November zur Abstimmung gelangt, heisst «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten», die Promotoren sprechen von der Kriegsgeschäfte-Initiative. Die GLP Thurgau ergreift am Montagabend deutlich die Nein-Parole (29 Ja, 4 Nein) Damit folgt sie der nationalen Partei.

Visualisierung des Neubauprojekts beim BZT in Frauenfeld.

Visualisierung des Neubauprojekts beim BZT in Frauenfeld.

PD

Auf kantonaler Ebene geht es Ende November über einen Kredit von 13,65 Millionen Franken für den Neubau einer Schulsport-Turnhalle am Bildungszentrum für Technik in Frauenfeld. Gebaut werden sollen zwei übereinanderliegende Hallen. Der Grosse Rat hat der Vorlage mit 119 zu 0 Stimmen zugestimmt. Die Delegierten der GLP Thurgau sagen –nach einigen Diskussionspunkten– ebenfalls Ja zum Kredit. Die Parolenfassung fällt mit 24 Ja-Stimmen klar aus; Nein-Stimmen wurden keine gezählt, aber 7 Enthaltungen.