Grosse Pause in kleinen Gruppen: So sieht wegen des Corona-Virus der Schulalltag in Frauenfeld aus

An den Schulen Frauenfeld findet kein Unterricht mehr statt. Jene Kinder, die das Betreuungsangebot nutzen, müssen Abstand halten.

Rahel Haag
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So nah wie diese Buben auf dem Pausenplatz des Schulhauses Kurzdorf dürfen sich die Kinder nicht mehr kommen.

So nah wie diese Buben auf dem Pausenplatz des Schulhauses Kurzdorf dürfen sich die Kinder nicht mehr kommen.

(Bild: Reto Martin)

In Frauenfeld müssen während der nächsten zwei Wochen rund 3000 Kinder zu Hause bleiben. Das stellt die Primar- und Sekundarschulgemeinde vor Herausforderungen. «Aktuell befinden wir uns in einer Chaos-Situation», sagt Schulpräsident Andreas Wirth. «Nach ersten Erkenntnissen verläuft sie trotzdem ruhig, weil sich alle gut in die Situation hineindenken.»

Am Wochenende wie auch gestern Montag war Wirth gemeinsam mit den Schulleitern und den Lehrpersonen damit beschäftigt, die entsprechenden Massnahmen aufzugleisen. Er sagt:

«Die Lehrpersonen sind unter anderem dabei, Aufgaben für den geplanten Fernunterricht zusammenzustellen.»
Andreas Wirth, Schulpräsident.

Andreas Wirth, Schulpräsident.

(Bild: PD)

Das erfordere Kreativität. Manch eine Lehrperson tut dies in der Isolation. Die Unterlagen sollen den Kindern anschliessend per E-Mail oder Post zugestellt werden. «Je nachdem, welche Infrastruktur zur Verfügung steht.» Die Entscheidung liege bei den Eltern.

Nur rund ein Viertel nutzte Tagesschulangebote

Gleichzeitig muss die Schulgemeinde gemäss Vorgaben des Kantons ein Betreuungsangebot für jene Kinder sicherstellen, deren Eltern arbeiten müssen. Das erklärte Ziel: Grosseltern, die zur Risikogruppe gehören, sollen keine Betreuungsarbeit übernehmen müssen. Eltern, die das Angebot nutzen wollen, mussten ihre Kinder hierfür anmelden.

Genaue Zahlen kann Andreas Wirth am Montagabend noch nicht nennen. «Es sieht aber so aus, als wären es nicht allzu viele.» Er geht von maximal 5 bis 15 Prozent der Kinder aus. Diese Vermutung bestätige auch ein Blick in die Tagesschulangebote, die weiterhin geöffnet bleiben. Wirth sagt:

«Dennoch nutzte am Montag nur rund ein Viertel der dort angemeldeten Kinder das Angebot.»

Das Betreuungsangebot der Schule ist auf die Unterrichtszeit beschränkt. «Es findet aber kein Unterricht im herkömmlichen Sinne statt», betont Wirth. Geplant sei, dass sich die Kinder in Schulzimmern und anderswo im Schulhaus aufhalten und dort verschiedene Aufgaben lösen werden. «Zudem werden wir mit den Kindern auch nach draussen gehen.»

Oberstes Ziel: Abstand halten. Sollte der Platz in den Schulzimmern nicht ausreichen, könne es auch sein, dass man auf Turnhallen ausweiche und die Kinder nur in kleinen Gruppen in die Pause geschickt würden. «Wir sind um jedes Kind froh, das zu Hause bleibt», sagt Wirth. Immerhin sei der Zweck der Massnahmen, die Pandemie einzugrenzen.

Eltern schicken sich in die neue Situation

Von Seiten der Eltern habe es bisher nur wenige Rückmeldungen gegeben. «Sie schicken sich in die Situation und gehen gut damit um», sagt Wirth, «dafür sind wir dankbar.» Denn die Schulgemeinde müsse nun erst einmal Erfahrungen sammeln, wie die Umsetzung der Massnahmen funktioniere. «Es ist vorgesehen, die Abläufe zu optimieren, sollte die Situation für eine längere Zeit andauern.»

Gleichzeitig wartet Wirth mit Spannung auf die nächsten Beschlüsse des Bundesrats.

«Wir machen uns jetzt schon Gedanken, wie wir vorgehen, sollte der Unterricht über die Frühlingsferien hinaus nicht durchgeführt werden können.»

Aktuelle Informationen unter: www.schulen-frauenfeld.ch