Grossaufgebot von Automobil-Klassikern in Steckborn

Gegen 300 historische Fahrzeuge erwarten die Organisatoren am Memorial Bergrennen Steckborn-Eichhölzli am 22. und 23. September. Darunter hat es auch einige Legenden aus der Rennsportgeschichte

Stefan Hilzinger
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Ueli Aeberli aus Steckborn mit seiner Corvette C1 ist, wie schon 2015, auch diesmal am Start des Memorial-Bergrennens (Bild: Reto Martin)

Ueli Aeberli aus Steckborn mit seiner Corvette C1 ist, wie schon 2015, auch diesmal am Start des Memorial-Bergrennens (Bild: Reto Martin)

Die Idylle der Velofahrergruppe von Pro Senectute Winterthur wurde jäh gestört, als eine Handvoll Oldtimer-Autos beim Eichhölzli oberhalb Steckborn auftauchte. «Chomm mir gönd, die stinked», meinte jemand, doch andere Herrschaften zückten die Handys. Plötzlich faszinierte die alte Technik mehr als das Untersee-Panorama.
Die Organisatoren des Memorial-Bergrennens Steckborn– Eichhölzli wollten den Journalisten ein Gefühl davon vermitteln, was am Anlass am Wochenende vom 22. und 23. September auf der Bergstrecke abgeht. Rennen ist dabei zu viel gesagt, denn niemand in den Kategorien «Corso» und «Memorial Perfomance» fährt die knapp drei Kilometer auf Zeit.

Ein Drittel des Budgets für die Sicherheit

Der Anlass mit gegen 300 historischen Fahrzeugen huldigt den Klassikern der Automobil- und Rennsportgeschichte auf eher beschauliche Art. Dennoch dürften in der Kategorie «Perfomance» die Piloten da und dort die behördlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschreiten und die Reifen qualmen lassen. «Das Publikum soll die Leistung dieser klassischen Fahrzeuge spüren», sagt Christof Papadopoulos, Geschäftsführer von ACS Thurgau. Experten von Auto Sport Schweiz nehmen die Strecke ab. Tonnen von Strohballen sorgen für Sicherheit bei Fahrern und Publikum. Ein Drittel des Budgets von 300000 Franken gibt das OK dafür aus.

Die Promotoren des Bergrennens Kurt Krucker, Hanspeter Ryser, Christof Papadopoulos und Claude Schönherr posieren mit dem Vorkriegs-Bentley des Steckborners Beat Labhart. (Bild: Stefan Hilzinger)

Die Promotoren des Bergrennens Kurt Krucker, Hanspeter Ryser, Christof Papadopoulos und Claude Schönherr posieren mit dem Vorkriegs-Bentley des Steckborners Beat Labhart. (Bild: Stefan Hilzinger)

Marcel Fässler mit einer Ralley-Legende

Etliche Prominenz aus der Schweizer Rennsportszene hat ihre Teilnahme am Anlass angekündigt. So wird Töfflegende Bruno Kneubühler aus Häuslennen mit einer historischen Honda ins Eichhölzli hinauf brettern. Am Start ist auch der dreimalige Le-Mans-Sieger Marcel Fässler mit einem Audi Quattro Ralley Gruppe 4. Ein besonderes Gefährt pilotiert Eugen Strähl: Den C5 aus dem Rennstall von Peter Sauber, den Strähl 1978 mit Marc Surer und Harry Blumer im 24-Stunden-Rennen von Le Mans auf den 18. Platz steuerte.
Sind die Fahrzeuge nicht auf der Piste, sind sie im Städtchen ausgestellt, wo die Besitzer den Besuchern gerne einem Blick unter die Motorhaube erlauben.

Peter Sauber testet einen Rennwagen auf der A 7

Anfang Juni 1978 wollte Peter Sauber mit dem jüngsten Fahrzeug aus seinem Rennstall, dem C5 mit einem 2-Liter-Motor von BMW, am 24-Stunden-Rennen in Le Mans (F) teilnehmen. Doch um an den Start gehen zu dürfen, musste der Bolide zuvor gründlich getestet sein. Eine Teststrecke fand Sauber, laut Christof Papadopoulos vom ACS Thurgau, auf der seinerzeit zwar fertig gebauten, aber noch nicht eröffneten Autobahn zwischen Frauenfeld und Müllheim. Hier jagten die Piloten, bewacht von der Polizei, mit bis zu 290 Kilometern pro Stunde über den Asphalt. (hil)