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Gross und klein sowohl als auch: «Quasi eine Frauenfelder Werkschau» in zwei Kunstgalerien

In der Baliere und der Galerie Rutishauser stehen zwei Frauenfelder Gruppen-Kunstschauen auf dem Programm. Carole Isler und Stefan Rutishauser haben Kunstschaffende ausgewählt, die sie ausstellen wollten.
Mathias Frei
In der Baliere: vorne Betty Kuhns Terrakotta-Köpfe, hinten die Ausstellungsmacher Carole Isler und Stefan Rutishauser. Bild: Andrea Stalder

In der Baliere: vorne Betty Kuhns Terrakotta-Köpfe, hinten die Ausstellungsmacher Carole Isler und Stefan Rutishauser. Bild: Andrea Stalder

Das Sich-Nicht-Verlaufen. Das ist eine Kunst bei Gruppenausstellungen. Galerist Stefan Rutishauser sagt das. Bei ihm in der Galerie und in der Baliere bei Kuratorin Carole Isler steht eine Doppel-Gruppenausstellung an. Eigentlich sind es aber zwei, nämlich «klein/GROSS» und «GROSS/klein». Rutishauser hat Platz für acht Kunstschaffende mit je einem grossformatigen Werk, 1,80 Meter hoch und mindestens einen Meter breit. Derweil Isler 21 Kunstschaffende hat unterbringen können, die für ihre Verhältnisse eher Kleines beisteuern.

Zwei Ausstellungen an zwei Orten

Die «klein/GROSS»-Schau in der Stadtgalerie Baliere beginnt am Donnerstag. Baliere-Kuratorin Carole Isler macht um 19 Uhr die Einführung. Die Ausstellung dauert bis 29. September, geöffnet ist sie donnerstags (17 bis 20 Uhr), samstags und sonntags (jeweils 14 bis 17 Uhr). Die Ausstellung «GROSS/klein» in der Galerie Rutishauser feiert am Freitag Vernissage. Galerist Stefan Rutishauser spricht um 19 Uhr. Auch hier ist bis 29. September Kunst zu sehen, samstags und sonntags, 14 bis 17 Uhr. Es ist Grossflächiges zu sehen von Fredi Bissegger, Otmar Eder, Annemarie Graf, Nicola Grabiele, Mark J. Huber, Rahel Müller, Mathias Tanner und Helmut Wenczel. Am Frauenfelder Kulturtag von Samstag, 28. September, führt Kuratorin Isler um 11 Uhr durch die Baliere-Ausstellung. Galerist Rutishauser lädt in seine Galerie zum «Gespräch bei Brot und Wein» mit den Künstlern, die bei ihm ausstellen. Das Gespräch beginnt um 18 Uhr, ab 17 Uhr ist Barbetrieb. (ma)

www.baliere-frauenfeld.ch und www.stefanrutishauser.ch

Die beiden Grössenordnungen waren die einzige Vorgabe. Darüber hinaus gibt es keinen roten Faden, es gibt keinen gesuchten Rahmen, den dann doch die wenigsten einhalten. Die Kunst des Sich-Nicht-Verlaufens ist gelungen. Da ist keine Beliebigkeit, sondern Vielfalt. Es seien allesamt Künstlerinnen und Künstler, «die wir ausstellen wollten», sagen Isler und Rutishauser. Sie haben die Auswahl getroffen.

«Quasi eine Frauenfelder Werkschau.»

Das sagt Rutishauser. Man merke immer erst dann, dass man diese oder jenen vergessen haben, wenn es zu spät sei. Grosse Lücken hätten sie aber noch nicht ausgemacht. Heisst: Wer die wichtigsten Frauenfelder Künstlerinnen und Künstler sehen will, sieht sie auch bei Rutishauser und in der Baliere.

Vom Frauenkörper bis zur Kuh auf dem Seerücken

Die Vielfalt der künstlerischen Positionen ist Carole Isler wichtig. «Damit möglichst Vieles abgedeckt ist.» Da sind etwa Laura Hugentoblers weibliche Körper, ornamental gefüllt und verspielt in engmaschige geometrische Körper gelegt. Hugentobler ist 23 Jahre alt. Friedrich Kappeler dagegen hat Jahrgang 1949. Von ihm sind drei Fotografien schwarz-weiss, die aus der Zeit gefallen scheinen, aber erst vor zwei Jahren auf dem Seerücken entstanden sind: eine Kuh im Schatten, eine Frau mit geknoteten Haaren, ein Wolkenturm. Fotografien gibt es auch von Balz Kubli – faszinierendes Lichtspiel aus dem All – und von Dieter Langhart, dem in seinen Motiven das Unauffällige der Natur auffällt und das Strukturierte, aufgenommen in der Grossen Allmend.

Auch Dreidimensionales ist zu sehen. Gabriel Mazenauer hat ohne Maschinenkraft ein Lot aus Kalkstein geschaffen. Von Ursula Bollack gibt es gebrannte Zufälligkeit in Form von Raku-Keramik. Betty Kuhn zeigt Götzen aus Terracotta und Rost. Derweil Markus Graf mit seinen Eisenplastiken Spannung inszeniert. Und Brigitte Schneider biegt geschmeidig Lasa-Marmor. Drei Drucke gibt es von Cornelia Schedler, mit Stachelschweinstacheln und Schuppentierschuppen. Und da ist noch viel zu sehen, zum Beispiel Rina Josts unanständig erfrischenden Tampon-Illustrationen, Chris Strickers gesichtsloser Astronaut, Fredi Buchlis blass pastellfarbenen, abstrakten Atmosphärenräume, Werner Gunterswilers filigranen Papierschnitte, Christian Wüthrichs grellen, abstrakten Acryl-Kompositionen. Und viel mehr.

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