Grippe schlägt im Thurgau zu: Höhepunkt steht noch bevor

Winterzeit ist Grippezeit. Dieses Jahr macht sich die Infektionskrankheit später bemerkbar als in vorangegangenen Jahren. Der Höhepunkt steht noch bevor.

Dinah Hauser
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Die Grippe ist da: Die Viren könne hohes Fieber und Schnupfen verursachen. (Bild: Fotolia)

Die Grippe ist da: Die Viren könne hohes Fieber und Schnupfen verursachen. (Bild: Fotolia)

Alle Jahre wieder steht die Schweiz am Anfang der Grippewelle – diesmal von Osten her und scheinbar verspätet. «Vielmehr ist es so, dass in den letzten Jahren die Wellen sehr früh – bereits vor Weihnachten – begonnen haben», sagt Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten am Bundesamt für Gesundheit (BAG). Auch sei ein Beginn im Osten der Schweiz nicht ungewöhnlich:

«Die Welle kann grundsätzlich überall – auch in allen Regionen gleichzeitig – beginnen.»

Meist sei dann die ganze Schweiz innerhalb ein bis zwei Wochen betroffen.

Da die Infektionskrankheit nicht meldepflichtig ist, sammelt der Kanton Thurgau selbst keine Zahlen; dafür aber das BAG. Teilnehmende Praxen in der ganzen Schweiz liefern wöchentlich anonymisierte Daten zu übertragbaren Erkrankungen. In der zweiten Januarwoche ist nun der epidemische Schwellenwert von 68 Erkrankungen pro 100000 Einwohner überschritten worden und damit die Grippe-Saison eröffnet. «Es ist zu erwarten, dass die Anzahl Erkrankungen für die nächsten ein bis vier Wochen noch steigt», sagt Koch. Der Höhepunkt steht also noch bevor.

Bei Grippe gilt: Bettruhe

«Wer an Grippe erkrankt ist, sollte sich körperlich schonen und genügend trinken», sagt Agnes Burkhalter, Stellvertreterin des Kantonsarztes des Kantons Thurgau. «Um andere nicht anzustecken, ist es sinnvoll in der Akutphase zu Hause zu bleiben.» Bei Bedarf soll ein Arzt konsultiert werden.

Jedes Jahr anders

Eine Grippe wird von Influenza­viren ausgelöst. Einige Symptome sind plötzliches, hohes Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Schnupfen und Schwindelgefühl. Anders als Erkältungen kann die Grippe zu Komplikationen, wie einer Lungen- oder Herzmuskelentzündung, führen. In der Schweiz gibt es praktisch jedes Jahr eine Epidemie. Da sich die Erreger anpassen, sind Intensität und Schweregrad der Erkrankung unterschiedlich. Letztes Jahr beispielsweise war laut BAG die Welle besonders lang und der normalerweise nicht so aggressive Erreger führte zu schwereren Erkrankungen. (dh)

Gegen die Grippe kann man sich auch impfen lassen. Burkhalter rät grundsätzlich allen Personen, sich impfen zu lassen, ausser es liegen spezifische Erkrankungen vor. Burkhalter sagt:

«Ich würde auch keine Impfung bei einer fiebrigen Erkrankung empfehlen.»

Im Arztgespräch könne dies abgeklärt werden. Auch gewisse Apotheken würden Impfungen anbieten sowie das BAG auf der Website nützliche Informationen und einen Impfcheck.

Seit der Pandemie im Jahr 2009 zirkuliert das Virus H1N1 – auch bekannt als Schweinegrippe – immer wieder. «Die Hoffnung ist deshalb, dass der Erreger nicht ungewöhnlich aggressiv ist», sagt Koch vom BAG.

Hinweis
Informationen und Impfcheck: www.impfengegengrippe.ch.