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Glosse

Graue Haare mit Schuppen

Südsicht
Der Münchwiler Gemeinderat will Einbürgerungen künftig nicht mehr an der Gemeindeversammlung abhandeln. Andere Gemeinden werden hoffentlich nachziehen.
Olaf Kühne
Olaf Kühne

Olaf Kühne

Man kann den Münchwiler Gemeinderat nur loben. Und zwar ohne den an dieser Stelle üblichen Sarkasmus. Will doch die Behörde mit der neuen Gemeindeordnung nicht nur einen alten Zopf abschneiden. Sondern, um im Bild zu bleiben, einen alten Zopf aus grauen, fettigen Haaren, die immer wieder mal hässliche Schuppen streuen. Künftig soll in Münchwilen nicht mehr die Gemeindeversammlung über Einbürgerungen entscheiden.

Wer das Ritual schon miterlebt hat und keinen Genuss daraus zieht, Menschen nach ihrem Aussehen, nach ihrer Herkunft oder einfach nach der Endung ihres Nachnamens zu bewerten und dann in der Tradition römischer Kaiser den Daumen nach oben oder nach unten zu halten, wurde mit diesem pseudodemokratischen Akt noch nie warm.

Drücken wir dem Münchwiler Gemeinderat also die Daumen, dass er für seinen Mut an der Urne belohnt wird. Und wer ums Verrecken weiterhin Menschen mit Ja oder Nein bewerten will: Tinder bleibt auch nach Annahme der neuen Münchwiler Gemeindeordnung online. Versprochen!

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