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Glückseligkeit allenthalben beim Abschied des Steckborner Stadtpräsidenten Roger Forrer

Viel Positives hinterliess der scheidende Stadtpräsident Roger Forrer an seiner letzten Versammlung: Gewinn in der Rechnung, Fortschritte bei Tempo 40 und Unterschrift bei der Sportplatz-Schenkung.
Margrith Pfister-Kübler
Der abtretende Stadtpräsident Roger Forrer nimmt Dankesworte seines Vize Gregor Rominger entgegen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Der abtretende Stadtpräsident Roger Forrer nimmt Dankesworte seines Vize Gregor Rominger entgegen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Mit derart überschwänglichen Gefühlslagen ist in der Feldbachhalle seit längerem keine Gemeindeversammlung mehr vonstatten gegangen. Zur Derniere von Stadtpräsident Roger Forrer am Mittwochabend gab es jedoch nur Win-Win-Situationen, Dank sowie stehende Ovationen.

Roger Forrer, Stadtpräsident Steckborn von 2011-2019. (Bild: Andrea Stalder)

Roger Forrer, Stadtpräsident Steckborn von 2011-2019. (Bild: Andrea Stalder)

Die 171 anwesenden Stimmbürger genehmigten die Rechnung 2018 einstimmig, denn die brachte einen «extrem hohen Gewinn von knapp 1,29 Millionen Franken» und ist so um 1,24 Millionen Franken besser als budgetiert, dies bei einem Gesamtaufwand von 16,16 Millionen Franken. Der scheidende Stadtpräsident Roger Forrer sagte:

«Es ist für mich eine grosse Freude und Ehre, eine so gute Rechnung präsentieren zu dürfen.»

Forrer betonte, dass dies der guten Arbeit des Stadtrates mit allen Mitarbeitern zu verdanken sei, die sparsam mit den Ressourcen umgehen.

Dreimalige Senkung des Steuerfusses

Und selbstverständlich auch den Steuerzahlern, die sich über den Sinkflug des Gemeindesteuerfusses (2014, 2018 und 2019 um je drei Prozent) zum heutigem Stand von 60 Prozent, freuen durften. Die Steuerkraft pro Einwohner (bei 100 Prozent der einfachen Staatssteuer) hat nochmals leicht von 2201 auf 2220 Franken zugenommen. Und die Nettoschuld pro Einwohner ist nochmals stark auf 1647 Franken gesunken. Im Vorjahr lag sie bei 1929 Franken und erstmals seit Jahren unter der Grenze von 2000 Franken pro Einwohner.

Wesentliche Abweichungen gegenüber dem Budget zeigen: Steuern plus 600'000 Franken, Grundstückgewinnsteuern plus 280'000 Franken, Sozialhilfe plus 140'000 Franken. Forrer freute sich:

«Unser Beschäftigungsprogramm, die Arbeitsintegration, fruchtet.»

Der Gewinn von 1,29 Millionen Franken fliesst dem Eigenkapital zu, das sich neu auf vier Millionen Franken beläuft. Die Nettoinvestitionen lagen im vergangenen Jahr bei 1,141 Millionen Franken, die Abschreibungen bei rund fünf Millionen Franken. «Unsere Steuerkraft ist seit 2014 um 17,7 Prozent gestiegen. Ich kann nur Danke sagen», meinte Forrer. Ohne Wortmeldungen hiessen die Stimmberechtigten die Rechnung einstimmig gut.

Weg frei für neuen Fussballplatz

Einen spontanen Freudenapplaus löste die Mitteilung aus, dass der Land-Schenkungsvertrag für den Fussballplatz unterschrieben ist. Dank der Landschenkung von Margrit Füllemann kann die Stadt Steckborn nach 45 Jahren Wartezeit den neuen Fussballplatz bauen.

Bedingung: Innert fünf Jahren umzonen, Baubewilligung einholen und am Schluss muss der Stimmbürger noch dem Baukredit zustimmen. Auch die Einführung von Tempo 40 auf der Seestrasse durch die Altstadt sei auf gutem Weg, informierte Forrer:

«Der Kanton hat ein offenes Ohr.»

Mit viel Lob für ihre Verdienste wurde zunächst Stadträtin Doris Bachmann verabschiedet. In ihren vier Stadtratjahren habe sie viel bewegt, vom Kunstweg bis zum Präsidententreffen, und dies immer völlig unkompliziert und effizient. Das sahen auch die Stimmbürger so und dankten mit herzlichem Applaus.

Von den rund 170 Stimmberechtigten in der Feldbachhalle gibt es stehende Ovationen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Von den rund 170 Stimmberechtigten in der Feldbachhalle gibt es stehende Ovationen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Analyse nach Turbulenzen um Spitex

Bezüglich Gemeindezweckverbandes Spitex Thurgau Nordwest (TGNW) äusserte sich Stadträtin Michaela Dähler: «Bitte keine Schuldzuweisungen, denn es gibt überall unterschiedliche Bedürfnisse.» Eschenz, Mammern, Steckborn und Wagenhausen haben eine Kündigung der Mitgliedschaft im Zweckverband per Ende 2020 ausgesprochen. Als Möglichkeiten für Steckborn sieht Dähler: Verbleib, Beitritt zur Spitex Region Müllheim, Beitritt zur Spitex Region Kreuzlingen, eigene Spitex gründen oder private Spitex verpflichten. Eine Analyse soll Ende Sommer vorliegen. Am Beispiel «Untersuchungskosten» zeigte Dähler auf, dass die Spitex Region Müllheim mit einer Restkostenfinanzierung für die Gemeinde von 2,97 Franken am günstigsten sei. Bei TGNW liege sie bei 31,32 Franken. «Wir werden transparent informieren. Das Stimmvolk hat das letzte Wort», sagte Dähler. (kü)

Verabschiedet mit viel Anerkennung wurden auch die GPK-Mitglieder Werner Strasser, Martin Spitzli, Heinz Werner, Brigitta Müller, RPK-Mitglied Federico Weber und von der Friedhofkommission Franz Hidberg und Peter Jenny, von der Energiestadtkommission Christoph Lehmann und von der Flur- und Waldstrassenkommission Ernst Ulmer.

«Profundes Sachwissen und feines politisches Gespür»

Die Verdienstliste in der Laudatio auf Stadtpräsident Roger Forrer von Stadtrat Gregor Rominger war eindrücklich und lang. «Er hat in seinen acht Amtsjahren Ausserordentliches geleistet», sagte Rominger. Besonders hob Rominger das Krisenmanagement beim Altstadtbrand und die Arbeitsintegration im Sozialen heraus, «sein profundes Sachwissen sowie sein feines politisches Gespür».

Minutenlanger Applaus der Stimmbürger verstärkte die grosse Wertschätzung. Forrer dankte mit einem Zitat: «Glück liegt nicht darin, dass man tut, was man mag, sondern mag, was man tut.»

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