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Interview

GLP-Präsident: «Wir werden so oder so antreten»

Parteien vor der Wahl (2/9): Robert Meyer, Präsident der GLP Thurgau, sagt, wieso seine Partei bei jeder Wahl – auch für den Regierungsrat – mitmischt.
Sebastian Keller
Kantonsrat Robert Meyer ist Präsident der Grünliberalen Thurgau. Er wohnt in Eschlikon. (Bild: Reto Martin)

Kantonsrat Robert Meyer ist Präsident der Grünliberalen Thurgau. Er wohnt in Eschlikon. (Bild: Reto Martin)

Die GLP surft auf einer Erfolgswelle. In Kantonen, aber auch in Thurgauer Stadtparlamenten, legte sie Sitze zu. Ein gutes Omen für die Nationalratswahlen?

Robert Meyer: Das hoffen wir. Rein von den Themen her stehen wir gut da.

Wie will es die GLP schaffen, wieder einen Nationalratssitz zu holen?

Das Klima, das Thema der Stunde, hilft uns. Auch auf die Listenverbindung kommt es an, sonst ist man als kleine Partei chancenlos. Eine grosse Herausforderung ist die Mobilisierung der Wähler.

Mit wem die GLP eine Listenverbindung eingeht, ist derzeit noch offen.

Der Ball liegt bei der Grünen Partei. Deren Mitglieder entscheiden im August. Eine Listenverbindung GP-GLP-SP ist immer noch möglich.

Was wäre Ihnen am liebsten?

Am vielversprechendsten wäre die Verbindung mit den Grünen.

Das könnte der SP den Sitz kosten.

Wir sind nicht für die SP verantwortlich. Aber ein verlorener SP-Sitz wäre bedauerlich. Wir streben ein Parlament mit einer Dominanz von Mitte-links an.

Wieso ist das nötig? Die FDP macht ja beim CO2-Gesetz eine Kehrtwende.

Die FDP hat sich ein grünes Mäntelchen geschneidert. Ob es passt, ist eine andere Frage.

Braucht es die GLP noch, wenn es das liberale Original mit grünem Anstrich gibt?

Bei unserer Gründung habe ich gesagt, wenn die FDP grün ist, braucht es uns nicht mehr. Aber so weit ist es noch nicht.

Das Potenzial der grünen Wirtschaft hat die FDP noch nicht erkannt.

Die GLP tritt auch bei der Ständeratswahl an. Verzettelt sich eine Kleinpartei nicht damit?

Das glaube ich nicht. Ueli Fisch steht sowohl als Stände- wie auch als Nationalrat zur Wahl. Wer als Ständerat antritt, hat mehr Möglichkeiten, sich zu präsentieren und zu profilieren.

Besteht für den Ständerat überhaupt eine Chance? Mit SVP-Regierungsrat Jakob Stark tritt eine bekannte Person in einem sehr bürgerlichen Kanton an.

Je mehr Kandidaten antreten, desto grösser ist die Chance auf einen zweiten Wahlgang. Die jetzige Konstellation mit sechs Kandidaten kann dazu führen. Danach ist alles möglich.

Mit welchen Themen will die GLP punkten?

Umwelt- und Klimaschutz sind uns wichtig. Erneuerbare Energien wie Windenergie, intelligente Mobilitätslösungen. Wir stehen ein für eine offene und liberale Schweiz. Das Rahmenabkommen unterstützen wir.

Rober Meyer ist seit der Gründung der GLP Thurgau im Jahr 2008 mit dabei. (Bild: Reto Martin)

Rober Meyer ist seit der Gründung der GLP Thurgau im Jahr 2008 mit dabei. (Bild: Reto Martin)

Zum Richtplan «Windenergie» gingen 1500 Eingaben ein. Primär kritische.

Das Problem bei der Energiewende ist, dass die Mühlen langsam mahlen. Die Gedanken sind fortschrittlich, aber in der Umsetzung tauchen Schwierigkeiten auf.

Die Zeit drängt. Wir leben heute nach wie vor auf Kosten unser Jungen.

Bei den Grossratswahlen will die GLP von sieben auf zehn Sitze im Parlament zulegen.

Eine zweistellige Zahl ist das Ziel; das Potenzial ist da. Das
hat sich bei den Stadtparlamentswahlen gezeigt. In drei Bezirken sind wir gut aufgestellt. Ein Augenmerk müssen wir auf Arbon und speziell Münchwilen legen. In diesem Bezirk sind
22 Mandate zu holen, das ist für Kleinparteien ohnehin schwierig.

Die GLP läuft im Grossen Rat häufig auf. Etwa mit der Idee, das Salzregal abzuschaffen. Ist das nicht frustrierend?

Zum Teil ist das frustrierend. Generell gilt, was ich schon vor elf Jahren gesagt habe: Wir können nicht alleine politisieren. Die Initiative für ein Öffentlichkeitsprinzip ist das beste Beispiel. Das Volk hat sie mit fast 80 Prozent gutgeheissen.

Ist es das Gesellenstück Ihrer Partei?

Das ist nicht nur ein Gesellenstück. Es zeigt, dass man gute Ideen hartnäckig verfolgen muss. Die Regierung war ja mal dagegen, der Grosse Rat schmetterte die Motion mit der gleichen Forderung deutlich ab.

Als die Initiative in den Rat kam, wehrte sich die Regierung nicht mehr, und der Grosse Rat ist umgeschwenkt.

Das Verdikt an der Urne ist phänomenal.

Robert Meyer, Präsident der GLP Thurgau, war bis Mitte 2015 Gemeindepräsident von Eschlikon. (Bild: Reto Martin)

Robert Meyer, Präsident der GLP Thurgau, war bis Mitte 2015 Gemeindepräsident von Eschlikon. (Bild: Reto Martin)

Allenfalls wird nächstes Jahr ein Regierungsratssitz frei.

Ob ein Sitz frei wird, spielt keine Rolle. Wir werden so oder so antreten. Ich finde, man muss eine Auswahl bieten. Einen absoluten Anspruch der vier Grossparteien sehe ich nicht. Auch beim Grossratspräsidium, das die vier grossen unter sich ausmachen, kann ich diesen nicht nachvollziehen.

Wir würden uns da mehr Unterstützung der SP wünschen. Bei der Listenverbindung erwartet sie ja auch unsere.

Beim Volk kommt die Auswahl offenbar gut an. Ueli Fisch hat bei den Regierungsratswahlen das absolute Mehr erreicht, schied aber als Überzähliger aus.

Das Volk tickt eben nicht mehr so, wie gewisse Leute meinen.

Sie waren Gründungspräsident der GLP Thurgau. Sie sind es – mit Unterbrüchen – heute noch.

Ich zähle die Jahre nicht so genau. Unsere Ressourcen sind halt limitiert. Nächstes Jahr werde ich 70. Ich hoffe, dass sich jemand finden lässt, der nach den Wahlen in meine Fussstapfen tritt. Ich bin zuversichtlich.

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