GLOSSE
Zwei Zicklein klein. Oder: Wenn in Frauenfeld statt Brüsten herzige Tierli viral gehen, weil sie einfach so Zucker sind

Murgspritzer: TZ-Redaktor Mathias Frei bedauert, dass es heuer eine Light-Fasnacht gibt. Denn bald schon wird alles anders sein, wenn es nicht mehr um Hundekotsäckli geht, sondern eine Fahrt in die Innenstadt ein Fünfzigernötli kostet.

Mathias Frei
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Eines der beiden herzigen Zwerggeissli, die im Plättli-Zoo auf die Welt gekommen sind.

Eines der beiden herzigen Zwerggeissli, die im Plättli-Zoo auf die Welt gekommen sind.

Bild: PD

Tierli und Brüste gehen immer. Hat mal ein erfahrener Journalist gesagt. Und sie sind doch einfach so herzig, die beiden namenlosen Zwergziegen-Zicklein, die kürzlich im Plättli Zoo auf die Welt gekommen sind. Nichts gegen Brüste, ich kenne schon Leute, denen sie ziemlich gut stehen, aber diese Zwerggeissli, die sind einfach Zucker. Und sie gehen voll viral, also nicht grad um die Welt wie diese cheibe Pandemie, aber zumindest viral auf «Du bisch vo Frauenfeld, wenn...». Dort, wo es die meiste Zeit um auswärtige Hundekotsäckli-Massaker geht und einheimische Crêpeverkäufer, die des Deutschen nicht mächtig sind.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Bild: Reto Martin

Man glaubte bisweilen, dass schon längst Fasnacht ist. Aber die fünfte Jahreszeit beginnt erst diesen Donnerstag. In einer Lightversion. Wahrscheinlich fährt am Donnerstag nicht einmal das Murganesen-Narrenschiff Konfettibrecher vor dem Rathaus vor. Es wäre wohl das letzte Mal gewesen, bevor Mobility Pricing eingeführt wird in Frauenfeld. Wenn dann vorabendliches Kreiseln zwischen Holdertor und Postplatz ein Fünfzigernötli kostet. Da reitet man dann wohl besser auf den Zwerggeissli in die Stadt. Denn erneuerbar ist gratis.