Glosse
Wir helfen Weinfelden: Die gesperrte St.Gallerstrasse in Frauenfeld könnte die Lebensqualität erhöhen und zum neuen Festplatz im Kanton Thurgau werden

Murgspritzer: TZ-Redaktor Mathias Frei hat einen ganz bösen Gedanken betreffend neuem Standort der Wega. Anders böse war der Autofahrer, der kürzlich betrunken in die St.Gallerstrasse-Baustelle gefahren ist. Es war aber kein Politiker.

Mathias Frei
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Am 3.Juli 2020 feiert der Knoten St.Gallerstrasse/Marktstrasse nach langer Bauzeit Wiedereröffnung. Die kantonale Baudirektorin Carmen Haag begrüsst den ersten Autofahrer, der passiert, mit einem Blumenstrauss-

Am 3.Juli 2020 feiert der Knoten St.Gallerstrasse/Marktstrasse nach langer Bauzeit Wiedereröffnung. Die kantonale Baudirektorin Carmen Haag begrüsst den ersten Autofahrer, der passiert, mit einem Blumenstrauss-

Bild: Reto Martin

Da war also wieder einmal die St.Gallerstrasse gesperrt. Alle Jahre wieder, behaupten böse Zungen. Vielleicht gibt es ja dann kommendes Jahr einen ersten Gedenktag zur Grossbaustelle St. Gallerstrasse/Marktstrasse. Und bevor nun Kritik laut wird: Ja, das dürfte man feierlich begehen. Zum Beispiel auch in Kombination mit dem Stadtbrandfest. Das Feuerwehrdepot wäre durch den Festbetrieb sowieso blockiert. Gesperrte Strassen stossen aber offenbar nicht überall auf Gegenliebe. So wollte dann prompt einer am Samstagabend sein Recht auf freie Fahrt für freie Bürger wahrnehmen – und hat einen Selbstunfall gebaut. «Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau bemerkte der Lenker die Baustellenabschrankung zu spät», hiess es in einer Medienmitteilung. Aber keine Sorge: Der Automobilist blieb unverletzt. Prophylaktisch hatte er sich vorab aber schon mal betäubt. 0,94 Promille! Und nein, es war kein ob der Frauenfelder Verkehrspolitik desillusionierter bürgerlicher Lokalpolitiker und schon gar nicht der Präsident des Industrie- und Handelsverein Region Frauenfeld.

Mathias Frei.

Mathias Frei.

Bild: Andrea Stalder

Ein jährlicher Gedenktag mit einer gesperrten St.Gallerstrasse könnte aber nicht für Frauenfelderinnen und Frauenfelder einen Mehrwert darstellen – abgesehen vom Bürgerwein-Kater, weil die Stadt mal einen Apéro offeriert hat. Man könnte – in Linksgrün-Speech – die Rolle des Strassenraums überdenken. Mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Tempo Null! Denn Tempo 30 ist was für Impfgegner. Und wenn man dann eine leere Strasse hat, die man mit Leben füllen muss, könnte man sie doch auch vermieten. Für Feste. Oder für die Wega. Ups, entschuldigen Sie bitte dieses furchtbare Gedankenspiel. Ich habe mich zur Strafe gleich selber gezüchtigt. Dann doch lieber ein paar tausend Autos am Tag, aber kein Weinfelden in der Hauptstadt.

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