Glosse
Weshalb der Schwarze Block am 1. Mai nicht nach Eschlikon kommen muss

Südsicht auf ein innovatives Alternativprogramm am Tag der Arbeit.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Der 1. Mai. Traditionell eigentlich ein Stadtzürcher Anlass, genau genommen sogar ein Kreis-4-Anlass. Im gewerkschaftsfreien und soziarmen Hinterthurgau ist der Tag der Arbeit allerdings ein stinknormaler Freitag, der heuer dummerweise wieder mal auf einen Samstag fällt.

Damit in dieser eh schon äusserst veranstaltungsarmen Zeit die Bevölkerung nicht darben muss oder gar auf die Idee kommt, in irgendeiner Kleinstadt an irgendeiner Covidiotenveranstaltung mitzumarschieren, hat sich der Eschliker Gemeinderat – wer auch sonst? – mal wieder etwas Besonderes einfallen lassen.

Er stellt just am 1. Mai sein neuestes Projekt vor: «Mobility für alle». Und schlau, wie sie halt nun mal sind in Eschlikon, nehmen sie dafür ein kleines, unverdächtiges Elektroauto von Renault. Kein BMW. Kein Mercedes. Nicht, dass der Schwarze Block einen Grund findet, am 1. Mai nach Eschlikon zu kommen, was dank der S12 von Stadelhofen bis Eschlikon längst ohne Umsteigen möglich ist.

In seiner Umsicht hat der Eschliker Gemeinderat selbst an die gedacht, die den 1. Mai tatsächlich noch als Tag der Arbeit begehen möchten – oder an einem Samstag lieber nach St.Gallen in die Ikea fahren: «Mobility für alle» gibt es auch schon am kommenden Freitag.

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