Glosse
Wenn in Frauenfeld nur noch Mitteli helfen

Murgspritzer über Fussballfans, die sich nicht an Verbote halten. Ausserdem handelt die Glosse von einer kreativen Idee fürs kommende Stadtfest, von Oropax und Dormicum sowie von grünen Politikern, die plötzlich Investitionen der Schweizer Armee goutieren.

Samuel Koch
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Fans feiern am Frauenfelder Postkreisel den WM-Sieg 2010 über die Fussballgrossmacht Spanien.

Fans feiern am Frauenfelder Postkreisel den WM-Sieg 2010 über die Fussballgrossmacht Spanien.

Bild: Barbara Hettich (Frauenfeld, 16. Oktober 2010)

Was war das am Wochenende nur für eine Fussballnacht? Drei Punkte. Ziel erreicht. Grenzenloser Jubel! Selbst die vom Bund herausgegebene Gewitterwarnstufe 4 konnte die Fans nicht vom Verbot für Autokorsos rund um den Postkreisel aufhalten. Mit diesem schier unendlichen Hupkonzert können nicht einmal die heissblütigen Kroaten, Portugiesen oder Italiener mithalten. So sehr bejubelten alle den Aufstieg des FC Frauenfeld in die 2.Liga Interregional.

Für richtige Stimmung am kommenden Mitsommerfest 2.0 nächsten Juni lässt sich vielleicht kurzerhand ein Mini-Fussball-Event organisieren. Danach gibt’s den obligaten Autokorso mit Gehupe durchs Zentrum. Für alle etwas weniger toleranten Mitbewohner verteilt die Stadt gratis Oropax oder grad eine Portion Dormicum.

Samuel Koch.

Samuel Koch.

Bild: Reto Martin

Mitteli im monetären Sinn gibt’s für den Waffenplatz Frauenfeld. 69 Millionen Franken für mehr Feldbetten und Kriegsmenus aus der Gamelle. Ist der Franken umgesetzt, zieht das Militär aus der Stadtkaserne aus, nach über 150-jähriger Geschichte. Man darf gespannt sein, wer dann einen Autokorso durch die Innenstadt orchestriert. Vielleicht die Stadtoberen mit Damen und Herren, mit Tröte und Pyrofackeln?

Die Armee setzt übrigens neuerdings auf Energieeffizienz, womit sogar die Grünen die Millioneninvestitionen goutieren. Aber nur, solange die Soldaten mit ihren Panzern und Duros keine Autokorsos veranstalten. Und sonst weiss man ja, welche Mitteli helfen.