Glosse
Vakanz nach dem Rücktritt von Carmen Haag – es gäbe genug fähige Hinterthurgauer für den Regierungsrat

Südsicht auf die Ersatzwahl in die Thurgauer Kantonsregierung und einen hoffnungslos untervertretenen Bezirk.

Olaf Kühne
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Der Hinterthurgau ist im Thurgauer Regierungsrat nicht vertreten.

Der Hinterthurgau ist im Thurgauer Regierungsrat nicht vertreten.

Bild: Reto Martin

So, so. Im Thurgauer Regierungsrat gibt es durch den Rücktritt von Carmen Haag eine Vakanz. Und einmal mehr soll der Hinterthurgau übergangen werden. Schon bis anhin ist der Bezirk in der Kantonsregierung nicht vertreten. Was dabei herauskommt, haben wir bei dem Geschachere um die TKB-Millionen gesehen: Der Hinterthurgau ging leer aus.

Olaf Kühne

Olaf Kühne

Bild: Peter Pfistner

Nun soll also Carmen Haag aus Stettfurt, was ja immerhin an den Hinterthurgau grenzt, durch Dominik Diezi aus Arbon ersetzt werden. Arbon. Das grenzt aus südwestlicher Sicht an Österreich. Keinesfalls wollen wir uns nun gegen Dominik Diezi aussprechen. Der Mann ist Stadtpräsident von Arbon. Das will etwas heissen. Und in der richtigen Partei für die anstehende Ersatzwahl ist er auch.

Aber ohne lange überlegen zu müssen, finden wir auch im Hinterthurgau fähige CVPler. Oder Mitte-Politiker. Oder Die-Mitte-Politiker. Oder wie auch immer die seit dem leiden Namenswechsel heissen mögen.

Da hätten wir beispielsweise Sabina Peter Köstli. Die hat schon schadlos den Aadorfer Gemeinderat überstanden, weiss, wie es im Kantonsrat läuft, und hat jüngst den zweiten Wahlgang ins Hüttwiler Gemeindepräsidium aber sowas von aufgemischt. Weil sie dort noch in der Probezeit ist, stünde sie wohl sehr kurzfristig für den Regierungsrat zur Verfügung.

Ebenfalls aus Aadorf – die Gemeinde scheint eine Talentschmiede zu sein – kommt Peter Bühler. Den dürfen wir besten Gewissens nach wie vor der CVP zuschreiben. Als Ex-Banker hat er das mit dem Geld im Griff, was in der Regierung eines Nehmerkantons im Finanzausgleich auch nie verkehrt ist. Und obendrein ist er um eine eigene Meinung nie verlegen, was nicht zuletzt uns Journalisten freut.

Für diese zwei Wahlvorschläge mussten wir jetzt keine zwei Sekunden überlegen. Wir könnten problemlos weitere aufzählen. Dies als Wink mit dem Zaunpfahl an die CVP, äh, die Mitte. Selbstverständlich wären auch die anderen Parteien aufgerufen, den Hinterthurgau wieder in den Regierungsrat zu hieven. Weil man sich aber im Thurgau in solchen Dingen nicht gerne auf die Füsse steht, belassen wir es vorerst bei unserem Appell an die Mitte.

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