GLOSSE
Rote Köpfe und Wutausbrüche nach einer Nachricht aus dem Jenseits sind garantiert

Murgspritzer über verbale Entgleisungen zum Fremdschämen, das Verlangen nach Redezeit wegen Krämpfen hinter den Ohren, unterirdische Ideen in Frauenfeld sowie Nachrichten für die Zukunft.

Samuel Koch
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Manchmal muss bei einem Wutausbruch ein Boxsack herhalten.

Manchmal muss bei einem Wutausbruch ein Boxsack herhalten.

Bild: PD

Ein fürchterliches Puff ist das. Für einige ist der Bodensee zu sauber, für andere als Trinkwasserquelle wiederum viel zu dreckig. Nicht etwa wegen des schändlichen Mikroplastiks, sondern wegen des Phosphor-Gehalts, der fürs Algenwachstum und damit für die Fischpopulation elementar ist. Sorry an dieser Stelle fürs Klugscheissern. Aber jetzt kann man ja bloss froh sein, dass Frauenfeld nicht an einem See liegt. Sonst wären die verbalen Entgleisungen ja zum Fremdschämen. Von den darauffolgenden rhetorischen Kontern ganz zu schweigen.

Samuel Koch.

Samuel Koch.

Bild: Reto Martin

Das sind sie beispielsweise beim schier unendlichen Thema Verkehrssicherheit. Der Druck im Dampfkochtopf steigt, nicht erst seit sich im Huben ein zehnjähriges Meitli bei einem Unfall schwer verletzt hat. Bürgergruppen fordern rasches Handeln, der Druck auf die Politik nimmt zu. Ebenso wie das Verlangen, im Gemeinderat ans Rednerpult zu stehen. Wadenkrämpfe waren gestern. Jetzt zwickt's vermehrt hinter den Ohren.

Auch ohne See hat Frauenfeld doch allen Grund zum Jubeln. Nach dem ersten unterirdischen Kreisel weltweit gibt es in der Stadt auch unterirdische Aschenbecher. Manche frohlocken und verhalten sich ökologisch, obwohl sie ihren Abfall zu Boden schmeissen. Andere wiederum finden diese Dinger einfach nur unterirdisch.

Dem hilft möglicherweise der Gang auf den Flohmi im Burstelpark. Denn nebst vielen Raritäten lässt sich dort auch die Frau fürs Leben finden. Und wem das Ventil Liebe nicht reicht, schickt seine wohltuenden Schimpftiraden neuerdings einfach mit der «fromabove»-App einer Frauenfelder Erfinderin Jahre in die Zukunft, ganz nach dem Motto: Schadenfreude ist die schönste Freude, meilenweit vor der Vorfreude. Rote Köpfe und Wutausbrüche bei den Empfängern der Nachricht aus dem Jenseits sind garantiert. Und ein Konter bleibt auf jeden Fall aus.