Glosse
Littering für mehr Glück

Murgspritzer über eingeschüchterte Büsis, Kühe und Rössli, einen vereitelten Shitstorm für den Frauenfelder Stadtrat sowie Vergleiche zu illegalen Saufgelagen und Drogenexzessen wie in Frankreich und Spanien.

Samuel Koch
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Scherben gehören zu einem weitverbreiteten Litteringphänomen.

Scherben gehören zu einem weitverbreiteten Litteringphänomen.

Bild: Sandra Ardizzone

Die Nacht der Knaller ist vorbei, das neue Jahr eingeläutet. Raketen hier, Chinaböller da. Wer diesen Silvestercountdown wegen ausbleibender Feierlichkeiten im Bett verbracht hat, dürfte sich grün und blau geärgert haben. Ganz zu schweigen von den vielen Büsis, Kühen und Rössli, die seither wieder für Tage und Wochen eingeschüchtert sind.

Samuel Koch.

Samuel Koch.

Bild: Reto Martin

Das Leuli mit seinem Fräuli erlebt seit dem Entscheid über die abgesagte Bechtelisnacht sowieso schon eine irreparable Schockstarre. Wie zum Teufel soll so die Nacht der Nächte zum Tag gemacht werden?

Für die Klimajugend gleicht Silvester einem Schlag in die Magengegend. Raketen und Böller knallen nicht nur ohrenbetäubend, sondern hinterlassen auch massenhaft Abfall. Zum Glück handelt es sich bei der Wunschbox des Stadtrates in seiner Videobotschaft zum Jahreswechsel bloss um ein virtuelles Päckli. Sonst hätten der ganze Stadtrat und insbesondere Stapi Stokholm nach seinem Wurf aus dem Rathausturm von der Klimajugend einen gehörigen Shitstorm kassiert. Da hätte selbst die aufmunternde Aufschrift Lebensfreude rein gar nichts mehr gebracht.

Die Klimajugend lässt sich ihre Lebensfreude durch das Virus sowieso nicht verderben. Illegale Saufgelage und Drogenexzesse wie die Ravepartys in der Bretagne oder bei Barcelona sind hier in der Region ein Fremdwort. Hier wird lieber auf offener Strasse dem Rausch gefrönt, wie die vielen herumliegenden Scherben beweisen. Dabei wollen die Verursacher doch nur Gutes tun, denn Scherben bringen bekanntlich Glück.