Glosse
In Bettwiesen sind Sozialstunden wirklich sozial

Südsicht auf die Frage, weshalb Littering in Wängi lange Zeit kein Thema war.

Olaf Kühne
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In Bettwiesen sollen künftig sogenannte Raumpaten die Gemeinde im Kampf gegen Littering unterstützen.

In Bettwiesen sollen künftig sogenannte Raumpaten die Gemeinde im Kampf gegen Littering unterstützen.

(Bild: Severin Bigler)

Bettwiesen sucht Raumpaten. Das tönt ziemlich abstrakt. Aber auch ziemlich locker. Denn solange wir das Datum des Urknalls nicht kennen, hat Raum keinen Geburtstag. Raum ist zudem konfessionslos, wird also weder getauft, noch gefirmt und erst recht nicht konfirmiert. Als Pate eines Raumes spart man sich deshalb jede Menge Geschenke.

Olaf Kühne

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(Bild: Peter Pfistner)

In Bettwiesen erhalten Raumpaten sogar Geschenke: Abfallsäcke und eine Leuchtweste. Ja, sapperlot! Das tönt verdächtig nach Sozialstunden, wie wir sie aus amerikanischen Serien und Filmen kennen. Und eigentlich ist es das auch. Nur braucht man in Bettwiesen nichts Böses gemacht zu haben, um mit Leuchtweste und Abfallsack ausgestattet zu werden. Man muss einfach sehr sozial sein, um in seiner Freizeit den Müll anderer zusammenzulesen.

Bettwiesen will mit seiner Aktion gegen Littering vorgehen. Ob sie in Wängi auch ein Litteringproblem haben, wissen wir nicht. Jedenfalls waren sie dort im vergangenen halben Jahr mehr mit ihrer Spitex beschäftigt. So sehr beschäftigt, dass 1012 Unterzeichnende eine ausserordentliche Gemeindeversammlung erwirkt haben.

Den meisten, die unterschrieben hatten, erschien das Thema dann aber wohl etwa so abstrakt, wie uns die Raumpaten. Nur 168 kamen an die Versammlung, gar nur 49 fanden, dass der Gemeinderat das mit der Spitex nicht so im Griff hat. Und nein, die 844 Nichterschienenen war an diesem Abend nicht mit Leuchtweste und Abfallsack unterwegs. Das wäre uns bestimmt aufgefallen.

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