Glosse
Gegen Bichelseer Abfall gibt's Sirnacher Kameras

Südsicht auf ein Bichelseer Problem und die Sirnacher Lösung.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Laue Sommerabende, Schulhausareal – und am Montagmorgen ist alles zugemüllt. Logisch, die heutige Jugend war's. Die, die sowieso viel schlechter ist als wir früher. Die, die keinen Respekt mehr kennt. Die, die nur noch Konsum im Kopf hat.

Nicht so wie wir früher. Früher, als wir unseren Kehricht einfach in die Kiesgrube schmissen. Früher, als wir uns Lehrstellen aussuchen konnten. Früher, als Rasen ein Kavaliersdelikt war.

Erst heute, heute ist alles viel schlimmer. Und die Jugend sowieso. Lässt ihren Abfall einfach liegen, kümmert sich um nichts. Haben wir gemeint. Also nicht wir, die anderen. Wir haben es schon immer gewusst. Und falls wir es doch nicht gewusst haben: Wer, wenn nicht die Schule belehrt uns eines Besseren?

In unserem Fall ist es die Schule Bichelsee-Balterswil. Dort haben sie just dieses Abfallproblem nach lauen Sommerabenden. Nur hat die Behörde auf Kontrollgängen festgestellt: Es ist gar nicht die heutige Jugend. Es sind die heutigen Erwachsenen. Ätschipätsch, möchte man da allen Kulturpessimisten zurufen.

Weil aber Erwachsene noch schwerer erziehbar sind als Jugendliche, und für sie auch keine Schulpflicht mehr besteht, muss es in Bichelsee-Balterswil nun wohl die Securitas richten.

Abfallsündigende Erwachsene werden aber nicht einfach planlos verscheucht. Zwar ist Bichelsee der Geburtsort der Raiffeisenbank. Hier springt nun aber die Kantonalbank in die Bresche. Sie baut in Sirnach einen Freiluft-Fitnesspark. Dort können sich Erwachsene – und natürlich auch Jugendliche – an lauen Sommerabenden wunderbar austoben.

Abfall liegen lassen ist aber auch in Sirnach keine gute Idee. Auf dem Grünauareal stehen nämlich Kameras. Und die wurden einst tatsächlich wegen Jugendlichen installiert. Nur dürften diese mittlerweile auch erwachsen sein. Die Geschichte geht also auf. Irgendwie.