GLOSSE
Feste feiern, bevor sie fallen. Oder wieso es sinnstiftend sein könnte, den Frauenfelder Weihnachtsmarkt mit dem Open Air auf der Grossen Allmend zusammenzulegen

Murgspritzer: Der Sommer wird grossartig in Frauenfeld, sagt TZ-Redaktor Mathias Frei. Bevor dann die neunte Welle wieder einschlägt. Deshalb wäre es doch sinnvoll, nach dem Winzerfest gleich die Altstadt zu desinfizieren.

Mathias Frei
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Ein Stimmungsbild vom 2019er-Weihnachtsmarkt in Frauenfeld.

Ein Stimmungsbild vom 2019er-Weihnachtsmarkt in Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

Heissa, wir in Frauenfeld haben’s ja schon raus, wie man sich ordentlich abschiesst. Bürgerwein bis zum sauren, äh, bitteren Ende! Bald können wir ja auch wieder steil gehen. Bald ist wieder Frühling. Diesen cheiben Viren stehen eher auf edle Blässe. Sonne finden sie blöd. Zum Glück gab es mal das Stadtmotto «Sonne über Frauenfeld», das hallt trotz Dauerhochnebel noch nach. Die Coronis kommen dann einfach auf Anfang Oktober wieder retour. Pünktlich für die neunte Welle.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Bild: Reto Martin

Sorry, Waffenlauf. Und es blutet mir das Herz, aber: Sorry, Weihnachtsmarkt und Bechtelis. Zum Glück feiern wir diesen Sommer das 250-Jahr-Jubiläum des ersten Frauenfelder Stadtbrandes, und etwas früher, im Spätfrühling ist noch Tag der Nachbarn. Am besten verlegt man den Weihnachtsmarkt auf Mitte Juli. Wie wäre es zum Beispiel mit einer sinnstiftenden Kooperation mit dem Open Air Frauenfeld? Dann könnte das Christkindli mal ein wenig mehr Haut zeigen. Und am Weihnachtsmarkt liegen ja auch spezielle Gerüche in der Luft. Den Bechtelis legt man am besten auf den Freitag vor dem Winzerfest. Dann gibt’s am Samstag den Konterwein. Und am Sonntagmorgen lohnt es sich dann auch, die Altstadt zu desinfizieren.

Natürlich wird in Frauenfeld auch an die Kinder gedacht. Hey, kinderfreundliche Stadt, Unicef und so, kennsch? Beim Kinderfest kurz vor dem nächsten Lockdown gibt’s Spiel und Spass mit musikalischem Coronaspültest-Gurgeln. Wer es nicht erwarten kann, für den gibt’s bereits jetzt einen Malwettbewerb zum Thema Feuerwehr anlässlich des Stadtbrand-Jubiläums. Ein Schelm, wer dabei an nicht jugendfreie Bilder von nackten Feuerwehrleuten mit langen Schläuchen denkt.