Glosse
Eschlikon genügt seinen eigenen Ansprüchen nicht

Südsicht auf eine Hinterthurgauer Gemeinde, die meistens Erste ist, nun aber Letzte und hoffentlich bald Zweite von dreizehn.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Für einmal waren die Eschliker nicht die Ersten. Unwürdiges Einbürgerungstheater an Gemeindeversammlungen? Haben die Münchwiler längst abgeschafft. Eschlikon hat es am Sonntag auch getan. Damit setzt man sich immerhin auf Rang zwei der fortschrittlichen Hinterthurgauer Gemeinden. Das genügt natürlich nicht den Eschliker Ansprüchen.

Nur schon, weil diese Rangliste derzeit nur aus den Plätzen eins und zwei besteht, Eschlikon also Letzte ist. Wenn aber irgendwann in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft die weiteren elf Hinterthurgauer Gemeinden einbürgerungstechnisch auch in der Neuzeit ankommen, ist Eschlikon Zweite von dreizehn, und das ist nun wirklich nicht schlecht.

Dass die Digitalisierungsstreber im Eschlikon Valley am Sonntag mit 60 Prozent Nein-Stimmen die elektronische ID abgelehnt haben, ist übrigens nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Sind sie dort doch vor allem auf Crossiety stolz. Das ist ein digitaler Dorfplatz. Und auf einem Dorfplatz muss man sich nicht ausweisen.

Verhüllen sollte man sich dort aber auch nicht. Weil man sich auf Crossiety nicht anonym bewegen kann, ist es deshalb nur konsequent, dass die Eschliker ein Burkaverbot ziemlich toll finden.

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