Glosse
Eigentlich wollen sie in Eschlikon gar nicht weniger Verkehr

Südsicht auf den Eschliker Gemeinderat, der das Verkehrsproblem unterirdisch lösen will. Aber nicht mit einem Tunnel.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Versteh einer diese Eschliker. Seit Jahren jammern sie dem Teufel ein Ohr ab. Zu viel Verkehr hier, zu viele Autos dort, Elterntaxis überall. Eine Petition haben sie gemacht. Eine Verkehrszählung haben sie gemacht. Am Verkehrskonzept basteln sie noch. Das alles kostet Geld. Ingenieure arbeiten nicht gratis.

Nun hat der Gemeinderat eine klitzekleine Verbesserung gefunden. Noch nicht für weniger Autos. Davon soll es nämlich dank «Mobility for all» bald noch mindestens zwei mehr geben. Aber immerhin für weniger Lastwagen. Die machen nämlich auch Krach und stinken auch.

Unterflurcontainer sind super, findet der Gemeinderat. Dann muss die Müllabfuhr nicht mehr jedes Einfamilienhäuschen oben am Waldrand einzeln abklappern. Unterflurcontainer sind doof, finden aber die Eschliker. Mit dem eigenen Kehrichtsack ein paar Meter laufen, das geht gar nicht. Den eigenen Kehrichtsack mit dem Auto zum nächsten Unterflurcontainer bringen, geht aber auch nicht. Schliesslich hat man ja die Petition gegen zu viel Verkehr unterschrieben.

Deshalb soll der Diesel aus Bazenheid weiterhin jedes Einfamilienhäuschen oben am Waldrand einzeln abklappern. Das ist Service Public, finden die Eschliker. Man hat ja bereits die Drittverkaufsstelle für SBB-Billette verloren. Das ist genug Serviceabbau für ein Jahr. So gesehen kann man die Eschliker schon verstehen. Also fast.