Glosse
Der Aadorfer Gemeinderat kann sein Budget um 0,75 Promille entlasten

Südsicht auf die Sinnhaftigkeit von Sparmassnahmen in der grössten Hinterthurgauer Gemeinde.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne.

Olaf Kühne.

(Bild: Peter Pfistner)

Mit Privatisierungen ist das so eine Sache: Sie bringen's nicht. Klar, wir können aus ganz vielen Telekomanbietern auswählen. Trotzdem bezahlen wir ein Mehrfaches unserer europäischen Nachbarn und haben jetzt drei Konzerne, die überall ihre Handyantennen aufstellen. Für Pakete bezahlen wir ein Mehrfaches wie noch zu Monopolzeiten. Dafür werden sie uns jetzt von gestressten Working Poor geliefert. Unsere Spitäler sind jetzt Aktiengesellschaften. Und unsere Krankenkassenprämien steigen und steigen.

Nichtsdestotrotz: Nach langer Suche hat nun auch der Aadorfer Gemeinderat etwas zum Privatisieren gefunden. Natürlich nicht sich selbst. Er stellt zwei Putzfrauen auf die Strasse. Weil eine private Firma das viel billiger erledigen kann.

Tatsächlich entlastet der Aadorfer Gemeinderat sein Budget so um sagenhafte 0,75 Promille. Da jubelt die Aadorfer Sektion des Bundes der Steuerzahler. Dass die nicht mehr jubeln wird, wenn dereinst Ergänzungsleistungen und Prämienverbilligungen teurer werden, steht auf einem anderen Blatt. Schliesslich gehen Weitsicht und Privatisierungen nur höchst selten Hand in Hand.

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