Gitterroste hindern Kühe am Davonlaufen: Arenenberg darf jetzt neuen Stall bauen

Ein Nachbar rekurrierte vergeblich. Die Landwirtschaftsschule Arenenberg erhält einen Stall mit freiem Weidegang für die Kühe.

Thomas Wunderlin
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Der 1959 erbaute Stall wird ab Ende August abgerissen.

Der 1959 erbaute Stall wird ab Ende August abgerissen.

PD

Ende August beginnen die Bauarbeiten für einen neuen Milchviehstall auf dem Arenenberg. Abgerissen wird dafür der bestehende Stall, der 1959 errichtet und 1990 erweitert wurde. Die Baubewilligung ist jetzt rechtskräftig, wie das Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg (BBZ) mitteilt.

Der Grosse Rat hatte den 2,43 Millionen Franken teuren Neubau mit dem Budget 2019 bewilligt. Gemäss einem früheren Zeitplan sollte der Bau im Frühling 2020 beendet werden. Nun kündigt das BBZ an, der Neubau solle Ende April 2021 abgeschlossen sein. Für Verzögerung sorgte eine Einsprache aus der Nachbarschaft.

Dabei ging es laut BBZ-Direktor Martin Huber um die Frage, ob der Stall einer landwirtschaftlichen Schule in einer Landwirtschaftszone zonenkonform sei. Auch die Aussicht sei tangiert worden, da der Neubau etwas länger, als der bisherige Stall sei. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts sei nicht mehr weitergezogen worden.

Der Gutsbetrieb wird im Biolandbau betrieben. Der Neubau ermöglicht es den Kühen, dank eines automatischen Melksystems nach Belieben zwischen Stall und Weide zu wechseln.

Kein Tunnel unter der Gemeindestrasse

Zur Überquerung der Gemeindestrasse wird dort ein sechs Meter breiter Abschnitt mit Gitterrosten begrenzt, wie Huber erklärt. Die Roste verhindern, dass die Kühe auf der Strasse davonlaufen. Verworfen wurde eine 250000 Franken teure Variante mit einem Tunnel. Der neue Stall bietet Platz für 52 Milchkühe.

Er verfügt über ein Kompostierungssystem, bei dem die Kühe auf weichem Sägemehl liegen. Eine Tribüne erleichtert es Besuchern und BBZ-Schülern abzuschätzen, ob es den Tieren dort wohl ist.

Der alte Stall diente Schwalben als Nistplatz. Hätte das BBZ schon letztes Jahr mit dem Bau beginnen können, hätte es den Abflug der Schwalben nach Süden abwarten müssen. Dieses Jahr nützten Schwalben laut Huber den Stall kaum noch als Nistplatz, da keine Kühe mehr darin untergebracht gewesen seien. Offenbar fehlte den Vögeln das Futter in Form der Fliegen, die von den Kühen und ihrem Mist angezogen werden.

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