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Gibt’s bald Poller in der Frauenfelder Altstadt?

Für den Stadtrat erfolgt der Einsatz von versenkbaren Pollern fallweise nach Abwägung von Vor- und Nachteilen. Das ist der Antwort auf einen Vorstoss von Gemeinderat Michael Pöll (Grüne) zu entnehmen.
Samuel Koch
Ein Beispiel von Parkstangen und Poller in Gossau. (Bild: Urs Jaudas)

Ein Beispiel von Parkstangen und Poller in Gossau. (Bild: Urs Jaudas)

Der Stadtrat verfügt weder über langjährige Erfahrungen noch über eine städtische Strategie für den Umgang mit ferngesteuerten, versenkbaren Pollern. Das ist eine der Erkenntnisse, die aus der Beantwortung des Stadtrates zur Einfachen Anfrage von Gemeinderat Michael Pöll (Grüne) mit dem Titel «Einsatz von versenkbaren Pollern in Frauenfeld» hervorgeht. «Der Einsatz solcher Anlagen erfolgt momentan noch fallweise nach Abwägung der Vor- und Nachteile», schreibt der Stadtrat.

Michael Pöll, Gemeinderat Güne Partei. (Bild: PD)

Michael Pöll, Gemeinderat Güne Partei. (Bild: PD)

Besonders interessierte sich Gemeinderat Pöll für den Einsatz von sechs versenkbaren Pollern bei Parkplätzen bei den Werken an der Industriestrasse 14. Autofahrer nutzten die für Mieter und Besucher vorbestimmten Parkplätze oft zum «wilden Parkieren». Zuerst installierte Eisenpfosten, die mit einem Schlüssel manuell aus der Verankerung gehoben werden mussten, seien auch nicht zufriedenstellend gewesen. Einerseits seien die Pfosten im Winter oft eingefroren, sodass die Parkplätze entweder nicht mehr benutzt wurden, oder es die Autofahrer veranlasste, direkt neben den Pfosten zu parkieren, was teils mit Schäden endete. Andererseits seien die Absperrungen beim Verlassen der Parkplätze «unter Zeitdruck der Fahrzeuglenker» oft nicht wieder montiert worden. Zudem sei das bisherige System für gehbehinderte Fahrzeuglenker meist nicht anwendbar gewesen, schreibt der Stadtrat.

Effiziente, bequeme und individuelle Steuerung

Mit den versenkbaren Pollern hätten die Nachteile weitgehend behoben werden können, legitimiert er. «Der personelle Aufwand für die Überwachung der Parkplätze konnte deutlich reduziert werden», meint der Stadtrat, und die Poller würden eine effiziente, bequeme und individuelle Steuerung des Zugangs zu den einzelnen Parkplätzen erlauben. Die Kosten für den Rückbau der bisherigen Pfosten und der Einsatz der sechs Poller belief sich auf knapp 67000 Franken.

Ob in der Altstadt beim Eingang zur Begegnungszone dereinst versenkbare Poller zum Einsatz kommen, weiss der Stadtrat nicht. Zwar könnten Poller-Anlagen einen wertvollen Beitrag zur Durchsetzung von uneinheitlichen Fahrverboten leisten. Durch die Steuerung und mögliche Sonderrechte von verschiedenen Verkehrsteilnehmern jedoch könne auch zusätzlicher Aufwand entstehen. Als Nachteil erwähnt der Stadtrat auch mögliche Kollisionen. «Es soll schon vorgekommen sein, dass Autos, die unberechtigterweise im ‹Schatten› eines berechtigten Fahrzeugs durch die Polleranlage gefahren sind, von einem Poller aufgebockt worden sind.» Einen definitiven Entscheid für den Einsatz versenkbarer Poller in der Altstadt werde die Stadt im Rahmen der gesamtheitlichen baulichen Anpassung im Bereich Zürcher- und Freie-Strasse fällen.

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