Gewinn aus vergangenem Jahr soll in neue Sirnacher Turnhalle fliessen

Der Rechnungsabschluss der Gemeinde Sirnach hat einen Überschuss von zwei Millionen Franken. Über dessen Verwendung befindet die Gemeindeversammlung im Dezember.

Olaf Kühne
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Auf dem Schulareal Grünau soll dereinst die Dreifachsporthalle Birkenweg stehen.

Auf dem Schulareal Grünau soll dereinst die Dreifachsporthalle Birkenweg stehen.

Bild: Olaf Kühne

Über den Rechnungsabschluss ihrer Gemeinde werden die Sirnacherinnen und Sirnacher erst im Dezember befinden können. Musste doch, wie allerorten, auch hier die Gemeindeversammlung coronabedingt abgesagt werden. Indes verzichtete der Sirnacher Gemeinderat – im Gegensatz zu zahlreichen anderen Gemeinden – auf einen ausserordentlichen Urnengang.

Zu verstecken braucht sich der Rechnungsabschluss 2019 der Einheitsgemeinde allerdings in keinster Weise: Ging der Gemeinderat beim Budgetieren vor nunmehr zwei Jahren noch von einem Defizit von 833000 Franken aus, steht unter dem Strich nun ein dickes Plus von 2,2 Millionen Franken.

Kurt Baumann Gemeindepräsident Sirnach

Kurt Baumann
Gemeindepräsident Sirnach

(Bild: Olaf Kühne)

«Rückblickend haben wir die Steuereinnahmen aufgrund der Steuerreform offensichtlich zu vorsichtig budgetiert», sagt denn auch Gemeindepräsident Kurt Baumann. So beliefen sich die Steuereinnahmen auf 25,3Millionen Franken anstelle der einst prognostizierten 23,6Millionen. Gemeint sind die Gemeindesteuern.

Denn eine weitere Steuerquelle sprudelte vergangenes Jahr reichlicher als angenommen. «Wir haben einen funktionierenden Immobilienmarkt», sagt Kurt Baumann und meint damit die Grundstückgewinnsteuern, die um weitere 660000 Franken höher ausfielen als budgetiert.

Urs SchrepferSchulpräsident Sirnach

Urs Schrepfer
Schulpräsident Sirnach

(Bild: ZVG)

«Wir sind sehr zufrieden mit diesem Abschluss, er bestätigt unser Ergebnis von 2018», sagt Baumann. Und im Gespräch mit unserer Zeitung ergänzt Schulpräsident und Gemeinderat Urs Schrepfer: «Auch auf der Ausgabenseite wurde gut gearbeitet.»

Investitionen unter Budget

In Sirnach herrscht, schon fast traditionell, eine rege Investitionstätigkeit. Zwar schliesst die Investitionsrechnung 2019 mit effektiven Nettoinvestitionen von 5,1 Millionen Franken um rund 1,1 Millionen tiefer ab als budgetiert. Dennoch sind darin stattliche Projekte wie die Umfahrungsstrasse Spange Hofen, die Sanierung des Schulhauses Breite sowie der Umbau der «Alten Migros» zu Bibliothek und Jugendtreff enthalten. Und es geht munter weiter. Bereits beschlossen und aufgegleist ist die Umgestaltung der Winterthurerstrasse; als Folge der Eröffnung der Umfahrung.

Das derzeit kostspieligste Vorhaben ist indes die Dreifachsporthalle Birkenweg auf dem Schulareal Grünau. Dieser Bau steckt noch in der Projektierungsphase und soll voraussichtlich im Frühling 2021 an die Urne gelangen (siehe Zweittext). Für seine dereinstige Finanzierung wird der Gemeinderat seinen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern – nun halt erst an der Gemeindeversammlung im Dezember – beantragen, runde zwei Millionen Franken aus dem Gewinn des vergangenen Jahres in eine zweckgebundene Vorfinanzierung einzulegen. Die restlichen 205'000 Franken sollen ins Eigenkapital fliessen.

Baukommission wächst von acht auf elf Mitglieder

«Wir stecken in der Detailplanung», sagt Sirnachs Gemeindepräsident Kurt Baumann über den Stand des Projektes «Dreifachsporthalle Birkenweg». Der demokratische Prozess für das Vorhaben startete bereits im Dezember 2017, als die Gemeindeversammlung 480 000 Franken für den Planungskredit bewilligte; mit nur gerade acht Gegenstimmen. Im Jahr darauf gingen die Zürcher Architekten Marcia und Mirko Akermann als Sieger aus dem Architekturwettbewerb hervor. 95 Bewerber hatten ein Projekt eingereicht. Das Siegerprojekt «Diaphane» – französisch für «durchscheinend, durchsichtig» – ist ein rundum verglaster Holzbau und wird nun zu einer abstimmungsreifen Vorlage gebracht, welche voraussichtlich im Frühling 2021 an die Urne gelangen soll. Frühestmöglicher Baustart ist folglich im Herbst 2021, die Einweihung wiederum könnte 2023 erfolgen. Bereits jetzt wurde die begleitende Baukommission aufgestockt. Zu den acht bisherigen Mitgliedern gesellen sich auf Wunsch der Ortsparteien Bauingenieur Rony Dahinden (CVP), Elektroinstallateur Peter Thoma (SVP) und Sportdozent Dominik Owassapian (SP). (kuo)