Münchwiler Gewerbezone soll zügeln

Der Münchwiler Gemeinderat will einheimischen Firmen eine Perspektive im Dorf bieten.

Roman Scherrer
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Münchwilens grösstes unbebautes Grundstück in der Gewerbezone liegt zwischen Diversey-Niederlassung und Schützenhaus.

Münchwilens grösstes unbebautes Grundstück in der Gewerbezone liegt zwischen Diversey-Niederlassung und Schützenhaus.

(Bild: Olaf Kühne)

Von einem «dringenden Bedarf» schreibt der Münchwiler Gemeinderat in seinen aktuellen Nachrichten. Die Behörde meint damit die Nachfrage des einheimischen Gewerbes nach bebaubaren Grundstücken im Dorf. «Der sehr grosse Bedarf geht aus einer Umfrage hervor, die wir vor einiger Zeit unter den Gewerbebetrieben durchgeführt haben», erklärt Münchwilens Gemeindepräsident Guido Grütter.

Guido GrütterGemeindepräsident Münchwilen

Guido Grütter
Gemeindepräsident Münchwilen

(Bild: ZVG)

Zwar verfügt Münchwilen noch über wenige unbebaute Grundstücke in der Gewerbezone. Das grösste, mit rund 22000 Quadratmetern Fläche – was etwa drei Fussballfeldern entspricht –, befindet sich aber nördlich der Diversey-Niederlassung. «Die Parzelle war eine Ausbaureserve der Diversey, welche sie nicht gebraucht und deshalb verkauft hatte», sagt Grütter. Das Grundstück sei verkehrstechnisch aber ungenügend erschlossen. Hinzu kommt, dass in absehbarer Zeit eine Siedlung unmittelbar westlich der Gewerbeparzelle entstehen soll. Der dafür notwendige Gestaltungsplan «Oberhofen» wird derzeit erarbeitet.

Als Legislaturziel festgelegt

Dieser Sache will sich der Gemeinderat gemäss seinen Legislaturzielen annehmen. Er plant, die Gewerbezone zu zügeln. So soll das Grundstück hinter der Diversey in die Landwirtschaftszone und im Gegenzug ein gleich grosses Grundstück von der Landwirtschafts- in die Gewerbezone umgezont werden. «Die geplante neue Gewerbezone wird an einem verkehrstechnisch viel geeigneteren Ort sein», verspricht Guido Grütter.

Wo diese sein wird, könne er aber noch nicht sagen, weil die Verhandlungen noch im Gange seien. Allerdings werde die neue Gewerbezone nicht im Gebiet Murgtal sein, verrät der Gemeindepräsident. Dort sind bereits Gewerbebetriebe angesiedelt. Der Zubringerverkehr hat in der Vergangenheit für Unmut im nahe gelegenen Wohnquartier gesorgt.

«Das sind Betriebe, die heute zum Beispiel im Dorfzentrum sind und gerne ausbauen würden, aber momentan keine Möglichkeit dazu haben.»

Mit der neuen Gewerbezone wolle man den primär örtlichen Unternehmen die Möglichkeit bieten, im Dorf zu bleiben. «Das sind Betriebe, die heute zum Beispiel im Dorfzentrum sind und gerne ausbauen würden, aber momentan keine Möglichkeit dazu haben», sagt Grütter. Deshalb wolle man die Firmen nicht an den Rand der Gemeinde, in das geplante Wirtschaftsgebiet Wil West, «hinaus schicken». «Dieses ist grundsätzlich für Firmen aus der grösseren Region vorgesehen.»

Möglichkeit für Ansiedlung in Wil West

Dennoch sollen Münchwiler Gewerbebetriebe auch die Möglichkeit erhalten, sich dereinst in Wil West ansiedeln zu können. Entsprechend will sich der Gemeinderat dafür einsetzen, dass dort ein Gewerbezentrum für einheimische Firmen entstehen kann. Dies ist ein weiteres Legislaturziel der Gemeindebehörde. Genauso wie regelmässige Netzwerk-Veranstaltungen für Wirtschaft und Politik.

Das vierte Legislaturziel im Bereich «Arbeiten» heisst «Co-Working-Trend positiv beeinflussen». Diesem Thema hat sich der Gemeinderat bereits 2018 einmal angenommen – noch ohne Erfolg, wie Grütter berichtet: «Wir haben 1200 Münchwiler Pendler an einen Infoanlass für Co-Working eingeladen. Es kam nur eine Person.» Man sei damit wohl noch zu früh gewesen, meint der Münchwiler Gemeindepräsident und verweist auf die im vergangenen Wahlherbst viel zitierte «grüne Welle». «Gib niemals auf», sagt Grütter lachend.

In Münchwilen lebt die Beizenfasnacht wieder auf

Seit vergangenem Wochenende läuft im Hinterthurgau wieder die berühmt-berüchtigte Beizenfasnacht. Nachdem es in den vergangenen Jahren stets weniger dekorierte Beizen gab, stellen sich nun Restaurants, wie etwa das «Lime» in Münchwilen, dem Abwärtstrend entgegen.
Christoph Heer