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Gefragte Frau: Die Thurgauer SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr wird als Präsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbandes gehandelt

Folgt SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr im Präsidium des Schweizer Gewerbeverbandes auf Jean-François Rime? Ihr Name jedenfalls wird gehandelt. Gutjahr selbst will sich die Sache jetzt überlegen.
Judith Schuck
Diana Gutjahr am Wahlsonntag in Frauenfeld. Für sie geht der Tag gut aus und bringt sogar Überraschungen mit sich. (Bild: Reto Martin)

Diana Gutjahr am Wahlsonntag in Frauenfeld. Für sie geht der Tag gut aus und bringt sogar Überraschungen mit sich. (Bild: Reto Martin)

Kaum sind die Wahlen vorüber, steht Diana Gutjahr vor einem Berg an Entscheidungen, die sie die kommenden Wochen beschäftigen werden. Während die SVP 12 Sitze im Nationalrat verlor, konnte die Thurgauerin ihren halten. Gleich am Montag drauf läutete bei ihr das Telefon. «Als ich erfuhr, dass ich als Kandidatin für das Präsidium des Schweizer Gewerbeverbands zur Disposition stehe, war ich überrascht und gleichzeitig sehr erfreut», sagt die 35-Jährige.

Am selben Tag bekam sie ein weiteres Telefon ihrer Nationalpartei, dass ihr Name auch als Nationalratspräsidentin respektive Vize-Präsidentin ins Spiel gebracht wurde. Was das für sie bedeute, müsse sie sich erst gründlich durch den Kopf gehen lassen.

Frage der Kompetenz, nicht des Geschlechts

Mit Jean-François Rime wurde der bisherige Gewerbeverbandspräsident aus dem Parlament abgewählt. Seit 1991 präsidierten FDP- oder SVP-Leute den wichtigsten Schweizer Wirtschaftsverband. Das Amt war bisher fest in Männerhand. Laut NZZ findet SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi, seine Partei müsse das Präsidium für sich beanspruchen und nennt hier unter anderen möglichen Kandidaten Diana Gutjahr.

Auf die Frage, ob sie sich das Präsidium zutraue, antwortet die Nationalrätin:

«In jede Aufgabe und Position wächst man hinein.»

Einige SVP-Männern zweifeln an den vorgeschlagenen Kandidatinnen – Aeschi nannte auch Sandra Sollberger als mögliche Kandidatin – es fehle ihnen an «Format».

«Die Frauenfrage überrascht mich hier», so Gutjahr. Schliesslich gehe es doch darum, «das zu tun, was ich kann, und nicht etwas, was ich darf oder soll.» Man könne ja auch die Frage stellen «warum fiel mein Name?». Gutjahr ist überzeugt, dass die Führung des Verbands von Leuten aus der Praxis übernommen werden sollte – von Gewerblern, die im Parlament vertreten seien.

Das Unternehmen kommt an erster Stelle

Gutjahr ist selbst Unternehmerin. Seit 2013 bekleidet sie das Amt der Vize-Präsidentin im Thurgauer Gewerbeverband, seit 2018 ist sie Mitglied der Gewerbekammer des Schweizer Gewerbeverbands. Am 20. Oktober seien sehr viele Unternehmer abgewählt worden. «Da stellt sich schon die Frage, wie es nun weitergeht», sagt Gutjahr.

Bis vor Weihnachten könne sie ihre Bewerbung einreichen. Zur Präferenz der beiden Möglichkeiten möchte sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Schlüsse ziehen. «Ich muss mir in den nächste Wochen noch einige Überlegungen dazu machen.» Es gehe hierbei schliesslich auch um die Zukunftsplanung: «Wo will ich hin?» Für sie stehe das Unternehmen an erster Stelle, die Politik an zweiter.

Dok-Film: Wahlkampf hautnah

Vergangenen Donnerstag strahlte das SRF den Dokumentarfilm «Wahlkampf – Hinter den Kulissen der Demokratie» aus. Ein Jahr lang begleitete ein Filmteam den Wahlkampf von Grünen, SVP, SP, FDP und CVP. Diana Gutjahr wurde ebenfalls während 40 Stunden gefilmt. Das Ergebnis sah sie nun zum ersten Mal und findet es «recht speziell». Während bei der SP eine Campaignerin bei ihrer Arbeit portraitiert wurde, sei sie als Einzelperson aufgetreten.

Ganz alleine war sie meist nicht, denn ihr Vater stand ihr als Wahlkampfleiter zur Seite. Roland Gutjahr habe diese Aufgabe bereits vor vier Jahren übernommen. Auch wenn es im Film eine Szene gibt, in der ihr Vater die Parallelen zwischen Unternehmer und Wahlkampfleiter so herleitet, dass jeweils der qualitative Inhalt des Produkts angepriesen werden müsse, harmonisieren Tochter und Vater zusammen. Sie stellt klar, dass sie sich nicht als Produkt, sondern als Person fühle, die mit ihrem Namen und Kopf hinter der Kampagne stehe. «Ich sehe unsere Zusammenarbeit als etwas Positives», so Diana Gutjahr. Die Kommunikationswege seien kurz und einfach. Auf ihrem Weg brauche sie Begleiter, die sie stützten. «Mein Vater gibt mir den nötigen Rückhalt.»

SRF-Dok: «Wahlkampf – Hinter den Kulissen der Demokratie»

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