Gesundheitsgefährdung und fehlende Mimik: Kantonsräte stellen kritische Fragen zur Maskenpflicht an Schulen

Mit einem politischen Vorstoss verlangen der Thurgauer GLP-Kantonsrat Marco Rüegg und die CVP-Kantonsrätin Katharina Bünter Antworten von der Thurgauer Regierung zur stritten Maskenfrage an Thurgauer Schulen.

Sebastian Keller
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Gymnasiastinnen - hier im Kanton Bern - tragen schon länger

Gymnasiastinnen - hier im Kanton Bern - tragen schon länger

Anthony Anex / KEYSTONE

Die Maskenfrage erreicht die Thurgauer Kantonspolitik: Marco Rüegg (GLP, Gachnang) und Katharina Bünter (CVP, Gerlikon) haben im Grossen Rat einen Vorstoss eingereicht. Darin berichten sie davon, dass viele Thurgauer Eltern besorgt seien um die Gesundheit ihrer Kinder, die den Corona-Schutzmassnahmen in den Schulen unterworfen seien. Obwohl Kinder unter zwölf Jahren keine Masken tragen müssten, «wird das vielerorts auch für jüngere Kinder bei Ausflügen, Exkursionen oder im Schulbus gefordert», schreiben sie.

Marco Rüegg, GLP-Kantonsrat aus Gachnang.

Marco Rüegg, GLP-Kantonsrat aus Gachnang.

Andrea Stalder

Rüegg und Bünter erwähnen die Diskussion über eine potenzielle Gesundheitsgefährdung durch das Tragen von Masken. «Wie beurteilt der Regierung die Bedenken von vielen Thurgauerinnen und Thurgauer, das Tragen von Masken könne die Gesundheit ihrer Kinder nachhaltig schädigen?» Sie erkundigen sich ferner, wie geprüft werde, ob das Maskentragen gesundheitlich unbedenklich sei. Auch die fehlende Mimik sprechen die Politiker im Vorstoss an. So fragen sie etwa, ob die Regierung Ansätze sehe, wie die fehlende Mimik ersetzt werden könne. «Wie schätzt die Regierung diesen Einfluss auf die psychische Entwicklung der Kinder ein?»

Im Newsletter thematisiert

Katharina Bünter, CVP-Kantonsrätin aus Gerlikon.

Katharina Bünter, CVP-Kantonsrätin aus Gerlikon.

PD

Gesundheitliche Bedenken hat jüngst auch das Amt für Volksschule im Newsletter thematisiert. Mit Verweise auf das Universitätskinderspital Zürich hält das Amt fest: «Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kann zwar für Kinder oder Jugendliche unangenehm oder gar lästig sein, eine Gesundheitsgefährdung besteht allerdings nicht.» Zur CO2-Konzentration heisst es: Auch wenn ein CO2-Anstieg vor der Nase theoretisch messbar wäre, «ist dieser nicht relevant». Denn die Vlies- und Maskenmaterialien, die bei den vorgeschlagenen Masken verwendet würden, seien so durchlässig, «dass CO2 immer sofort austreten kann».

Die Maskenfrage bei Kindern ist einer der strittigsten Punkte im Coronakosmos. Vor allem, seit sie auch Oberstufenschüler anziehen müssen. Die Maskentragpflicht gilt im Thurgau seit dem 2. November, vorerst bis zum 5. Dezember. Wie diese Zeitung unlängst berichtet, kündigte ein Lehrer in Altnau seine Stelle aus Protest gegen die Massnahmen. Er befürchtet, die Maskentragepflicht könnte auf Primarschüler ausgeweitet werden. Auch wenn das von offizieller Seite verneint wird.