Fischingen geht mit ausgeglichenen Budgets ins kommende Jahr

Die Fischinger Gemeindeversammlung bewilligte am Donnerstagabend alle Vorlagen von Schulbehörde und Gemeinderat. Auch sonst gaben sich die Stimmbürger handzahm.

Olaf Kühne
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Die Fischinger Stimmbürger bewilligten an der Gemeindeversammlung den Umbau ihres Gemeindehauses. (Bild: Roman Scherrer)

Die Fischinger Stimmbürger bewilligten an der Gemeindeversammlung den Umbau ihres Gemeindehauses. (Bild: Roman Scherrer)

300 Franken. Der kleine Überschuss, den die Volksschulgemeinde Fischingen für kommendes Jahr budgetiert, verdient tatsächlich die andernorts gerne auch überstrapazierte Bezeichnung «schwarze Null» – zumal angesichts eines 5,6-Millionen-Budgets. So brauchte denn auch Godi Siegfried den Terminus am Donnerstagabend.

Und der Fischinger Schulpräsident erklärte den 106 Stimmberechtigten, dass das ausgeglichene Budget der Schulbehörde nicht einfach so in den Schoss gefallen sei. «Wegen der aktuell tiefen Schülerzahlen erhalten wir massiv tiefere Kantonsbeiträge als noch vor wenigen Jahren», sagte er. «Beim Budgetieren haben wir deshalb überall den Griffel gespitzt.» Er könne jedoch sagen, dass man nirgends Einsparungen gemacht habe, welche die Schüler oder den Unterricht betreffen.

«Wegen der aktuell tiefen Schülerzahlen erhalten wir massiv tiefere Kantonsbeiträge als noch vor wenigen Jahren.»

Die sprichwörtliche «schwarze Null» dürfte das Fischinger Schulbudget noch eine ganze Weile prägen. Zumindest sieht der Finanzplan bis 2023 eine ausgewogene Rechnung bei gleichbleibendem Steuerfuss von 98 Prozent vor. Dazu beitragen werden auch die von Schulleiter Daniel Leu in Aussicht gestellten steigenden Schülerzahlen.

Diese positiven Aussichten schienen den Stimmbürgern zu gefallen. Sie winkten das Budget genau so einstimmig durch wie die Investitionsrechnung. Diese besteht im Wesentlichen aus der Million Franken, welche kommendes Jahr noch in die Sanierung des Schulhauses Fischingen fliessen wird, zusätzlich zu den 600000 Franken, welche bereits im laufenden Jahr verbaut werden.

Über durchgehende Einstimmigkeit durfte sich anschliessend auch Gemeindepräsident Willy Nägeli freuen – und über weitere 20 Stimmbürger, die den Weg in die Hörnlihalle gefunden hatten. So genehmigten 126 Stimmbürger das Budget der Politischen Gemeinde: Bei Ausgaben von knapp 6,1 Millionen Franken rechnet Fischingen mit einem Überschuss von 280000 Franken, der Steuerfuss bleibt bei 68 Prozent.

Bauverwaltung erhält mehr Platz

Die Investitionsrechnung sieht Ausgaben über 1,5 Millionen Franken vor – für diverse Strassenbauvorhaben, welche allesamt auf einhellige Zustimmung stiessen. Und nicht zuletzt 138000 Franken für den Umbau des Gemeindehauses in Dussnang. Die Bauverwaltung soll so mehr Platz erhalten. Ob künftiger Raumbedarf ebenfalls im bestehenden Gemeindehaus gedeckt werden könne, sei derzeit nicht zu sagen,erklärte Gemeindepräsident Nägeli. Der am Donnerstagabend genehmigte Umbau sei deshalb die «Light-Variante».

Keine Fragen zur Schliessung des Polizeipostens

Wohl um vermeintlich erhitzte Gemüter zu beruhigen war Polizeikommandant Jürg Zingg mit seinem Aussendienstchef Michel Freund an die Fischinger Gemeindeversammlung gekommen.
Ausführlich erklärte er das Zustandekommen der Schliessung von elf Polizeiposten – darunter auch in Dussnang. Dabei wurde Zingg nicht müde zu betonen, dass es sich bei den Schliessungen keinesfalls um eine Sparmassnahme handle. Dies, obwohl die Reorganisation im Rahmen des kantonalen Sparprogrammes Haushaltsgleichgewicht 2020 geschieht.

Wie Zingg sprach auch Freund von gesteigerter Effizienz und grösserer Bürgernähe. «Eine Person auf einem Posten ist nicht mehr zeitgemäss», sagte er. «Wir wollen mehr Streifenwagen im Gebiet haben. Und unsere Polizisten sind angehalten, die sogenannten Gartenhaggespräche zu pflegen.» Gross zu kümmern schien die bevorstehende Postenschliessung indes nicht. Keiner der Anwesenden stellte den beiden Polizisten eine Frage.