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Gesichter im Netz: Die Online-Auftritte der Frauenfelder Stadtratskandidaten

Von zeitlos bis aus der Zeit gefallen: Ein Fachmann hat die Websites und Social-Media-Kanäle der Frauenfelder Stadtratskandidaten genau unter die Lupe genommen. Wer sich um ein politisches Amt bewirbt, kommt heute kaum mehr um diese Auftritte herum.
Mathias Frei
Für so viele Kandidatinnen und Kandidaten der Frauenfelder Stadtrats-Gesamterneuerungswahlen vom 10. Februar braucht es zwei Bildschirme. (Bild: Samuel Koch)

Für so viele Kandidatinnen und Kandidaten der Frauenfelder Stadtrats-Gesamterneuerungswahlen vom 10. Februar braucht es zwei Bildschirme. (Bild: Samuel Koch)

Manchmal macht man besser nichts, als es schlecht zu machen. Das gilt zum Beispiel für Websites, wenn es am 10. Februar um die Wurst geht bei den Stadtrats-Gesamterneuerungswahlen. Mut zur Lücke zeigt Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP). Er betreibt keine Website. Dafür ist Stokholms Social-Media-Interaktionsrate hoch, wie Urs Akeret feststellt. Akeret ist Experte für Politwerbung. Gewissermassen Stokholms Antipode ist EVP-Kandidat Roland Wyss, der auf Social Media verzichtet.

Wo Websites vorhanden sind, kann Akeret diesen mehrheitlich genügende Noten verteilen. «Die Inhalte sind aktuell, aber so verfasst, dass eine regelmässige Aktualisierung nicht nötig ist.» Das sei auch nicht notwendig, weil sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht aktiv über eine Website informiere, sondern News über eine Person durch Social Media und Zeitungsartikel abrufe.

Urs Akeret: Spezialist für politische Werbung

Urs Akeret. (Bild: PD)

Urs Akeret. (Bild: PD)

Urs Akeret hat 2000 die in Zürich beheimatete Werbe- und Kommunikationsagentur Artischock.net gegründet. Heute sind bei Akeret, der mittlerweile ein zweites Büro in Winterthur unterhält, knapp 20 Personen beschäftigt. Artischock.net berät unter anderem «Parteien, Exekutiv- sowie ambitionierte Legislativpolitiker» und fährt gesamtschweizerisch politische Kampagnen. (ma)

In Sachen Social Media stellt der Spezialist fest: «Bei allen Kandidaten hat es noch Luft nach oben, vor allem in Sachen Professionalität.» Bei einigen wäre es besser, sie würden auf die eine oder andere Social-Media-Plattform verzichten, weil ein veralteter oder nicht bewirtschafteter Auftritt schlechter sei als gar keiner.

«Wer aus Überzeugung keine Social Media unterhält, sollte dies öffentlich sagen – das wirkt sympathisch und ist in weiten Kreisen ein Plusfaktor.»

Wenn man Social Media unterhalte, sei eine Mischung aus Privatem und Politischem angezeigt. Wenn Privates fehle, frage sich der User, wieso man ein Politikerprofil überhaupt liken soll.

Anders Stokholm auf Facebook, Twitter und Instagram

Anders Stokholm (FDP). (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm (FDP). (Bild: Andrea Stalder)

Stokholm gehe mit dem Trend, weil er auf Facebook kaum noch präsent ist, dafür umso mehr auf Instagram. «Facebook sollte er dennoch nicht vernachlässigen, da ältere Personen dort aktiver sind als auf Instagram.» Sein Auftreten sei sympathisch und bodenständig, weil Einblicke in sein Privatleben gewährt würden.

Elsbeth Aepli auf www.elsbethaepli.ch

Elsbeth Aepli (CVP). (Bild: Reto Martin)

Elsbeth Aepli (CVP). (Bild: Reto Martin)

Aeplis Website bezeichnet Akeret als «ein buntes Sammelsurium von Politischem, Privatem und Beruflichem. Dadurch ist sie überladen und unübersichtlich». Er mutmasst, dass die Site 2003 nach ihrem ersten Stadtratswahlkampf aufgeschaltet wurde. Neueres werde meist in PDF-Dokumenten online gestellt. «Immerhin nimmt Aepli so als einzige der Kandidierenden an der 10-Years-Challenge teil. Auch ist sie sich als Einzige der Impressumspflicht bewusst.» Aepli ist seit kurzem auf Facebook aktiv, daneben hat sie Profile bei Instagram und Twitter. Lob gibt es für die hohe Interaktionsrate auf Facebook.

Barbara Dätwyler auf www.barbara-daetwyler-weber.ch

Barbara Dätwyler (SP). (Bild: Donato Caspari)

Barbara Dätwyler (SP). (Bild: Donato Caspari)

«Sehr schlichte Grafik. Hätte sicher Luft nach oben. Besser so, als übermotiviert und dilettantisch», meint der Fachmann zu Dätwylers Website. Der Auftritt sei schlank gehalten und somit «sehr übersichtlich». Als «engagiert» sei Dätwylers Facebook-Auftritt zu bezeichnen. Dort sei sie sehr persönlich, sprich «sehr nah am Volk», indem sie «wild durcheinander postet». Wie bei allen anderen Websites sei das Design responsiv, passe sich also dem Endgerät an.

Andreas Elliker auf www.andreas-elliker.ch

Andreas Elliker (SVP). (Bild: Andrea Stalder)

Andreas Elliker (SVP). (Bild: Andrea Stalder)

Bei Ellikers Website lobt Akeret die klare Menuführung und den guten grafischen Gesamteindruck. «Nebst dem Pflichtinhalt sind auch einige Youtube-Videos verlinkt, in denen sich der Kandidat positioniert.» Die Site komme dank der Videos und des Spenden-Buttons – «der allerdings nicht funktioniert!» – modern daher. Sie wirke lebhaft und zeigt viele Gesichter der Unterstützer. Auf Facebook und Instagram kommt Elliker durchs Band «professionell, authentisch und sehr aktiv» rüber.

Johannes Eiholzer auf www.johanneseiholzer.ch

Johannes Eiholzer (CH). (Bild: Donato Caspari)

Johannes Eiholzer (CH). (Bild: Donato Caspari)

Akerets Fazit zu Eiholzer: «Unklar bleibt, ob sich der Kandidat Johannes oder Joh nennen will.» Grafisch komme vieles selbergemacht, aber durchaus sympathisch rüber. «Schmerzlich vermisst wird eine Navigation, die helfen würde, zu den Rubriken zu springen.» Instagram könnte sich Eiholzer bei nur einem Beitrag schenken. Auf Facebook wirke er distanziert, weil Persönliches fehle. Eiholzer gehört mit Andreas Elliker und Fabrizio Hugentobler zu den Kandidaten mit Facebook-Anzeigen.

Fabrizio Hugentober auf www.fabrizio-hugentobler.ch

Fabrizio Hugentobler (FDP). (Bild: Andrea Stalder)

Fabrizio Hugentobler (FDP). (Bild: Andrea Stalder)

Zu Hugentobler meint der Fachmann: «Die Site ist neu, man spürt den ehemaligen PR-Profi, im Guten wie im Schlechten (gewisse Floskeln, aber ein ansprechendes Design).» Die Übersicht sei gut, dafür die kleine, weisse Schrift auf Mobilgeräten hinderlich. Es sei zu wenig auf Typografie geachtet worden. Längere Texte seien sinnvollerweise auf Unterseiten. Hugentobler hat auf Facebook und Instagram eine hohe Interaktionsrate. «Sympathischer, authentischer Auftritt, auch dank Fotos der Familie.»

Stefan Leuthold auf www.stefanleuthold.ch

Stefan Leuthold (GLP). (Bild: Andrea Stalder)

Stefan Leuthold (GLP). (Bild: Andrea Stalder)

Leutholds Website ist für Akeret übersichtlich, «ein klassischer One-Pager». Sie ist «eine der schöneren Sites – ganz klar». Und Leuthold gehöre zu den wenigen mit einem stimmigen Slogan. Auch sonst sei die Site «modern, aufgeräumt und trotzdem abwechslungsreich». Leuthold ist auf Facebook doppelt präsent: «Im privaten Profil bleibt er privat, im Politikerprofil ist er professionell. Das ist nicht der Sinn von Social Media. Dort soll man so sein, wie man ist.»

Roland Wyss auf www.roland-wyss.ch

Roland Wyss (EVP). (Bild: Reto Martin)

Roland Wyss (EVP). (Bild: Reto Martin)

Wyss präsentiere sein Programm nicht selber, sondern lasse andere für sich sprechen. «Das kann sympathisch wirken, ist aber für Personen, die sich erstmals über den Kandidaten informieren möchten, wohl das Falsche», meint Akeret. Unattraktiv dargestellt seien die Testimonials. Der Inhalt sei grundsätzlich übersichtlich, die Site auch grafisch gut aufgemacht. «Aufgrund der langen Texte kann man sich aber verlieren.» In Sachen Social Media ist Wyss nicht aktiv.

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