Geschlechtskrankheiten
Syphilis und Chlamydien: Die Tests sexuell übertragbarer Krankheiten werden neu in Frauenfeld gemacht

Die Test- und Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit der Perspektive Thurgau ist von Weinfelden nach Frauenfeld umgezogen. Während HIV-Neuansteckungen rückläufig sind, werden andere sexuell übertragbaren Krankheiten immer häufiger getestet.

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Laura Spiri von der Perspektive Thurgau in einem Beratungsgespräch

Laura Spiri von der Perspektive Thurgau in einem Beratungsgespräch

PD

(red) Seit November 2020 werden über die Perspektive Thurgau nicht nur HIV- und Syphilis-Testungen im Labor analysiert, sondern auch Abstriche auf andere sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhö auf der Fachstelle abgenommen. Das schreibt die Perspektive Thurgau in einer Mitteilung.

«Die Räumlichkeiten der Test- und Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit in Weinfelden genügten aufgrund der Erweiterung des Testangebotes nicht mehr den medizinischen Ansprüchen. »Die Test- und Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit der Perspektive Thurgau ist daher nach Frauenfeld umgezogen.

Schweizweit doppelt so viele Syphilis- als HIV-Infektionen

Mit dieser Ausweitung des Testangebots trage die Perspektive Thurgau der Entwicklung der Ansteckungsraten in der Schweiz Rechnung. Die HIV-Neuansteckungen seien seit Jahren rückläufig. «In der Schweiz gab es 2019 noch 430 neue Infektionen. Andere sexuell übertragbare Krankheiten werden jedoch schweizweit immer häufiger getestet.» So seien im vergangenen Jahr mit 1042 Infektionen mehr als doppelt so viele Syphilis-Infektionen als HIV-Infektionen vermeldet worden. Noch mehr Infektionen werden bei Abstrichen auf Chlamydien oder Gonorrhö gefunden. Oftmals verlaufe eine Infektion, beispielsweise mit Chlamydien, symptomlos.

Perspektive bietet regelmässige Tests an

Muss sich nun also jeder testen, der sexuell aktiv ist? Laura Spiri, Angebotsleitung HIV/STI-Prävention der Perspektive Thurgau klärt auf: «Leider schützen korrekt angewandte Kondome nur vor einer potenziellen HIV-Infektion.» Das Wichtigste sei, sich entsprechend seinem Sexualverhalten regelmässig zu testen.

«Auf der Teststelle beraten wir unsere Klientinnen und Klienten hinsichtlich ihres aktuellen Risikos und geben individuelle Empfehlungen ab. Diese variieren von einem Test zu Beginn einer neuen Partnerschaft bis hin zu regelmässigen Tests alle drei Monate, je nachdem wie, wie oft und mit wem sie Sex haben.»

Persönliche Beratung und trotzdem anonym

Die Beratung und Testung auf der Fachstelle sind anonym. Es finde immer eine Beratung statt, bevor Blut und die Abstriche abgenommen würden. «Wir sind mit den verschiedenen Lebenswelten unserer Klientschaft vertraut und pflegen einen unkomplizierten Umgang mit dem Thema Sexualität. Wir schaffen ein Ambiente, wo offen über Sexualität, ungeklärte Fragen oder Unsicherheiten im Zusammenhang mit sexuell übertragbaren Infektionen gesprochen werden kann.» (red)

www.sexuellegesundheit-tg.ch