Denkmalstiftung Thurgau sucht Käufer für Freisitz Tägerschen

Seit fünf Jahren kümmert sich die Denkmalstiftung Thurgau um den Freisitz. Ob darin bald Wohnungen oder Büros entstehen, überlässt sie den künftigen Eigentümern.

Olaf Kühne
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Denkmalpfleger Ruedi Elser und Stiftungspräsident Roland Kuttruff fachsimpeln über die Konstruktion des Freisitzes. (Bilder: Olaf Kühne)

Denkmalpfleger Ruedi Elser und Stiftungspräsident Roland Kuttruff fachsimpeln über die Konstruktion des Freisitzes. (Bilder: Olaf Kühne)

Über drei Millionen Franken sind bereits geflossen. Trotzdem ist der Freisitz Tägerschen noch weit davon entfernt, bewohnbar zu sein. Zur schnellen Rendite taugt das älteste Gebäude des Dorfes also definitiv nicht. Soll es aber auch nicht, sind sich die Beteiligten einig. «Dieses Gebäude gewährt uns einen raren Blick zurück in die Vergangenheit», sagte Regierungsrätin Carmen Haag am Dienstag vor Ort. «Und die Geschichte des Freisitzes handelt nicht nur vom damaligen Bauen, sondern von Gesellschaft, Klima, Wirtschaft, Kunst ... diese Liste könnte man beliebig ergänzen.»

«Der Freisitz gewährt uns einen raren Blick zurück in die Vergangenheit.»

Die Denkmalstiftung Thurgau ist seit 2013 Eigentümerin des Freisitzes. Und seither ist die Organisation auch mit der Sanierung des historischen Gebäudes beschäftigt. Anlass des gestrigen Medientermins war ein Paradigmenwechsel, wie Stiftungspräsident Roland Kuttruff erklärt. «Wir hatten anfänglich die Absicht, Wohnungen in den Freisitz zu bauen und diese dann zu verkaufen», sagt er. «Wir sind dann aber zur Erkenntnis gelangt, dass wir wohl einfacher Käufer finden, wenn wir den Verwendungszweck der Liegenschaft den künftigen Eigentümern überlassen.»

So habe sich die Stiftung darauf konzentriert, vorwiegend die Gebäudestruktur und vor allem dessen Statik zu renovieren. «Vieles hielt offensichtlich nur noch aus Gewohnheit», sagt denn auch der kantonale Denkmalpfleger Ruedi Elser.

Eine Million Franken öffentliche Gelder

Die spektakulärste Aktion im Zuge dieser Restaurierung war wohl die Anhebung des maroden und abgesenkten Dachstockes vor drei Jahren. Doch auch fernab jeglichen Spektakels ist viel gegangen in den letzten fünf Jahren. Die Fassade ist verputzt, Fenster und Fensterläden sind ersetzt und das Obergeschoss verfügt über einen diskret eingelassenen Balkon. «Mit Abendsonne und unverbaubarem Ausblick», rührt Roland Kuttruff schmunzelnd die Werbetrommel.

Der eingelassene Balkon im Obergeschoss des Freisitzes.

Der eingelassene Balkon im Obergeschoss des Freisitzes.

Im Inneren ist der Freisitz noch weit mehr Baustelle. Dem Besucher präsentiert sich ein bunter Mix aus historischen und neuen Baumaterialien, aus Beton- und Holzstützen. Dennoch braucht es kaum noch Fantasie, um sich in den alten Gemäuern tolle Wohnungen oder Büros vorzustellen. Denkmalpfleger Elser und Stiftungspräsident Kuttruff sagen denn auch übereinstimmend, dass man dem künftigen Eigentümer beim Innenausbau gerne beratend zur Seite stehen werde.

An öffentlichen Geldern sind rund eine Million Franken in den Freisitz geflossen; von Bund Kanton und Gemeinde. «Die Bevölkerung wünscht sich den Erhalt von historischer Bausubstanz», erklärt Regierungsrätin Haag diese Ausgaben. «Sie macht unsere Identität, unsere Herkunft aus. Das sind die Bauten, die gerne gezeigt werden.»

Hinweis
Weitere Informationen unter: www.denkmalstiftung-thurgau.ch