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Schweizergeschichte gibt es im Landesmuseum auf Mandarin: Der Frauenfelder Markus Keller hat den Audioguide der neuen Dauerausstellung produziert

Am Freitag geht im Landesmuseum Zürich die neue Dauerausstellung «Geschichte Schweiz» auf. Die 28 Hör- und Audioguide-Stationen hat der Thurgauer Theatermacher und Musiker Markus Keller produziert.
Mathias Frei
Einblick in die neue Dauerausstellung «Geschichte Schweiz» im Landesmuseum. (Bild: PD/Landesmuseum ZH)

Einblick in die neue Dauerausstellung «Geschichte Schweiz» im Landesmuseum. (Bild: PD/Landesmuseum ZH)

«Aber stimmen muss es.» Das sagen ihm jeweils die Historiker, mit denen Markus Keller zusammenarbeitet. Im Landesmuseum in Zürich muss es so ungefähr die nächsten zehn Jahre stimmen. Vom Frauenfelder Kreativen stammen die 20 Audioguide-Stationen und die acht fixen Hörstationen der neuen Dauerausstellung «Geschichte Schweiz», die heute aufgeht.

Markus Keller, Theatermacher und Musiker. (Bild: Mathias Frei)

Markus Keller, Theatermacher und Musiker. (Bild: Mathias Frei)

Keller ist ein kreativer Tausendsassa, ist im Theater daheim als Regisseur, Schauspieler und Musiker. In Frauenfeld hat man ihn von der satirischen Wochenschau Keller-Schuran noch in guter Erinnerung. Und Keller konzipiert und produziert auch Hörstationen und Audioguides von verschiedenster Ausprägung für Museen. Seit zehn Jahren ist er in diesem Bereich tätig, im Thurgau regelmässig für das kantonale Naturmuseum, das Ittingermuseum oder auch für das Napoleonmuseum. Zuletzt hat Keller auch grössere Projekte für die Kyburg und Schloss Oberhofen am Thunersee realisiert.

Auftrag von Landesmuseum ist neue Liga

Eine Arbeit für das Landesmuseum sei durchaus eine neue Liga für ihn, meint Keller.

«Der Produktionsablauf ist zwar derselbe, aber das Drumherum ist grösser, es gibt mehr Schnittstellen.»

Keller hat während eines halben Jahres an dieser Produktion gearbeitet. Er spricht von klassisch informativen Audioguide- und Hörstationen. Das heisst: Eine Stimme erzählt historische Fakten. Der Fokus liegt dabei auf die jüngsten rund 550 Jahre Schweizergeschichte, vom Spätmittelalter bis zur Einführung des Frauenstimmrechts. Keller hat dafür Texte von zwei Historikern bekommen. Diese hat er zur Sprechreife formuliert entsprechend der Vorgabe der gewünschten Anzahl Minuten. 680 Anschläge entsprechen einer Textminute. Bei klassischen Produktionen wie für das Landesmuseum sollte ein Beitrag zwischen anderthalb und zwei Minuten dauern. Bei experimentellen Arbeiten, die über mehrere Stationen eine fiktive Geschichte erzählen, die in historische Fakten eingebettet ist, dürfen es pro Station auch drei bis fünf Minuten sein.

Steht der Sprechtext, folgen die Sprachaufnahmen in Kellers Studio an der Schlossmühlestrasse. Er arbeitet seit Jahren mit demselben Dutzend an Sprecherinnen und Sprechern zusammen. Nebst der deutschen Version laufen die Stationen im Landesmuseum auch in Englisch, Französisch, Italienisch und Mandarin-Chinesisch. Pro Sprache gibt es Beiträge im Umfang von 40 Minuten zu hören. Einzig die Fernost-Version wurde nicht von Keller aufgenommen.

Mit der technischen Umsetzung im Landesmuseum hatte Keller nichts zu tun. Bei kleineren Produktionen bietet er ein Gesamtpaket an, also auch die Umsetzung vor Ort, und arbeitet dafür mit einem vom ihm geschätzten Audiotechniker zusammen. Im Landesmuseum gibt es, was die Technik betrifft, nebst den üblichen fixen Hörstationen einen Audioguide, also eine Art Hörführung. Dafür muss man sich eine entsprechende App aufs Smartphone laden, steckt Kopfhörer ein – und los!

Wie Wilhelm Tell zum Mythos wird

Die inhaltliche Beschäftigung für Audioproduktionen ist für Keller auch immer Erweiterung des eigenen Weltwissens.

«Durch die Landesmuseum-Dauerausstellung habe ich ein Update in Schweizergeschichte erhalten. Das ist toll.»

Bei «Geschichte Schweiz» habe ihn die Zeit des Dreissigjährigen Krieges fasziniert, die Schweizer Reisläufer oder auch die Mechanik der Mythologisierung, etwa bei Wilhelm Tell.

Richtig ausleben kann sich Keller aber bei experimentellen Arbeit, wo auch Musik nicht fehlen darf. Für Schloss Oberhofen hat er fiktive Briefwechsel zwischen Dienstmädchen in einen historischen Kontext eingebettet. Für die Kyburg hat er Alltagsgeschichten zu Frauenfiguren vor 800 Jahren erfunden. «Erinnerung ist immer auch relativ», sagt Keller. Obschon die grosse Geschichte stimmen muss.

Informationen zur Ausstellung: www.nationalmuseum.ch

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