Gerichtspräsident führt Thurgauer Polizeiverband

Der Weinfelder Bezirksgerichtspräsident Pascal Schmid wird neuer Präsident des Verbands der Kantonspolizisten. Zum Einstand fordert er härtere Strafen für Polizistenbeleidigungen.

Christof Lampart
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Der Vizepräsident, Thomas Rietmann, gratuliert dem neuen Präsidenten, Pascal Schmid, zur einstimmigen Wahl. (Bild: Christof Lampart)

Der Vizepräsident, Thomas Rietmann, gratuliert dem neuen Präsidenten, Pascal Schmid, zur einstimmigen Wahl. (Bild: Christof Lampart)

Die 62 Stimmberechtigten wählten den neuen Präsidenten einstimmig. Der Weinfelder SVP-Kantonsrat und Gerichtspräsident Pascal Schmid wird neuer Präsident des Personalverbands der Thurgauer Kantonspolizei.

Er folgt auf den Frauenfelder SVP-Kantonsrat Marcel Schenker, der sein Amt seit längerer Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben kann. An der Hauptversammlung am Dienstag im Weinfelder «Trauben» vertrat ihn Vizepräsident Thomas Rietmann.

Auch bei Wahl in Nationalrat bleibt er im Amt

Vor seine Wahl wurde Schmid gefragt, ob er denn auch, sollte er im Herbst in den Nationalrat gewählt werden, Verbandspräsident bleiben würde, was dieser bejahte. Neben Schmid wurde auch mit Rico Guarlotti, Schlatt, ein weiteres neues Vorstandsmitglied gewählt; er tritt die Nachfolge von Alessandro Caldana, Winterthur, an, der nach 17 Jahren zurücktrat. Die beiden neuen Vorstandsmitglieder sind auf vier Jahre gewählt.

Marcel Schenker wurde in Abwesenheit für seine geleistete Arbeit gedankt. Rietmann würdigte den Demissionierenden als «sehr pflichtbewussten, engagierten und zuverlässigen Präsidenten, dem das Wohl des Korps immer am Herzen lag». Auch die Vorsteherin des Departements für Justiz und Sicherheit, Regierungsrätin Cornelia Komposch, zollte dem Scheidenden Anerkennung: «Ich bedauere es sehr, dass er sein Amt nicht fortführen kann und möchte ihm für alles Geleistete danken.» Nach der Wahl erläuterte Schmid, wie er sich zum Wohle der Kapo Thurgau und fürs Polizeiwesen im Allgemeinen einbringen will.

«Beschimpfungen gehören aber nicht zum Berufsprofil eines Polizisten; das sollte auch der Politik klar sein.»

Es könne nicht sein, dass Polizisten, welche viel für die Sicherheit der Bevölkerung täten, sich immer häufiger öffentlichen Anpöbeleien ausgesetzt sähen, ohne sich wirklich wehren zu können. «Polizisten müssen sich immer mehr gefallen lassen; dass hat in den letzten zehn Jahren ein Ausmass angenommen, das nicht mehr akzeptabel ist», sagte Schmid. Käme es zu solchen, so seien aus seiner Sicht «bedingte Geldstrafen sicherlich nicht das richtige Mittel».

Keinerlei Verständnis zeigte Schmid für Urteile, mit denen Polizisten für Verfolgungsjagden bestraft wurden. Das jüngst vom Bundesgericht bestätigte Urteil gegen einen Genfer Polizisten, der 2015 frühmorgens mit 92 km/h innerorts unterwegs war, um zwei Flüchtende an der Überschreitung der Landesgrenze zu hindern, und dabei zweimal geblitzt wurde, bezeichnete Schmid als «stossend», denn «die Signalwirkung ist absolut verheerend. Was macht ein Polizist das nächste Mal, wenn er in die Lage kommt? Bremst er ab und lässt den Täter laufen?»