Gemeindeversammlung
Tiefere Steuern gefordert: Ein Kirchbürger setzte sich gegen die Behörde von katholisch Müllheim durch

Wegen einer unerwarteten Mehrheit sank der Steuerfuss an der Versammlung der katholischen Kirchgemeinde mehr als ursprünglich geplant. Das budgetierte Minus für 2021 erhöht sich dadurch.

Andreas Taverner
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An der Kirchgemeindeversammlung in Müllheim wollten viele Stimmberechtigten eine weitere Senkung des Steuerfusses.

An der Kirchgemeindeversammlung in Müllheim wollten viele Stimmberechtigten eine weitere Senkung des Steuerfusses.

(Bild: Andreas Taverner)

«Bei mir herrscht keine Feststimmung und ich bin enttäuscht.» Das sagte ein Votant am Dienstagabend in der Wielhalle an der Budgetversammlung von katholisch Müllheim. Denn die Behörde hatte den Antrag gestellt, den Steuerfuss auf kommendes Jahr um einen Prozentpunkt auf neu 22 Prozent zu senken. Zu wenig für den besagten Kirchbürger:

«Ich komme mir vor wie ein Bub, der sich zu Weihnachten eine Stereoanlage gewünscht hat, aber nun nur ein Radio mit CD-Player bekommen hat.»

Sein Antrag, den Steuerfuss trotz bereits budgetiertem Minus im Jahr 2021 von 26000 Franken um zwei Prozentpunkte zu senken, kam bei 18 Stimmberechtigten mit elf Ja-Stimmen durch. Weil ein Steuerprozent bei katholisch Müllheim 55'000 Franken beträgt, steigt das Minus damit auf 81000 Franken – dies bei einem Aufwand von 845'000 Franken.

René Dürler, Vizepräsident

René Dürler, Vizepräsident

Andreas.taverner. Kontakt@ataver

René Dürler, Vizepräsident und verantwortlich für die Finanzen, bereiten die Mindereinnahmen kein Kopfzerbrechen: «Im Abschluss 2020 werden wir voraussichtlich einen Gewinn von 100'000 Franken erwirtschaften.» Bei einem Eigenkapital von 800'000 Franken sei der budgetierte Rückschlag verkraftbar, war die vorherrschende Meinung. Einstimmig werden alle weiteren Traktanden gutgeheissen, darunter diverse Renovationsprojekte. So werden alle Pfarrhaus-Fenster ersetzt.