Gemeindeversammlung
Münchwiler Schulbehörde zeigt ihren Fahrplan aus der vertrackten Turnhallensituation

Haupttraktanden der Münchwiler Gemeindeversammlung waren am Montagabend die Rechnungsabschlüsse von Schule und Gemeinde. Im Zentrum des Interesses standen indes die Informationen von Schulpräsident Lukas Weinhappl über die Mehrzweckhalle Oberhofen.

Olaf Kühne
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«Mehrzweckanlage ‒ Wie weiter?» steht auf der Leinwand hinter Schulpräsident Lukas Weinhappl.

«Mehrzweckanlage ‒ Wie weiter?» steht auf der Leinwand hinter Schulpräsident Lukas Weinhappl.

(Bild: Olaf Kühne)

War das der Befreiungsschlag? Am Montagabend konnte der Münchwiler Schulpräsident Lukas Weinhappl den Fahrplan seiner Behörde und des Gemeinderates in der immer verfahreneren Situation um die Mehrzweckhalle Oberhofen präsentieren.

Dort steht bekanntlich die Frage im Raum, ob die 80-jährige denkmalgeschützte Halle einem Neubau weichen soll. Gegen das Anliegen der lokalen Vereine hatte sich im vergangenen Winter eine wachsende Opposition gebildet. Zuletzt kursierten Gutachten und Gegendarstellungen. Beide Seiten liessen jüngst verlauten, dass man an der Gemeindeversammlung Antworten auf die Frage nach dem weiteren Vorgehen von Schulbehörde und Gemeinderat erwarte.

Abbruch oder Sanierung? Die Mehrzweckhalle Oberhofen steht seit 80 Jahren in Münchwilen und ist inzwischen denkmalgeschützt.

Abbruch oder Sanierung? Die Mehrzweckhalle Oberhofen steht seit 80 Jahren in Münchwilen und ist inzwischen denkmalgeschützt.

(Bild: Donato Caspari)

Vorgestern Abend nun hat der Schulpräsident nicht nur geliefert. Die entspannte Stimmung während und die ausbleibenden Fragen nach seinem Vortrag lassen auch darauf schliessen, dass er gut geliefert hat. Die entsprechende Stille in der Waldegg-Halle quittierte Weinhappl mit:

«Es überrascht mich, dass Sie keine Fragen haben ‒ aber es freut mich auch.»
Lukas Weinhappl Münchwiler Schulpräsident

Lukas Weinhappl
Münchwiler Schulpräsident

(Bild: ZVG)

Der Münchwiler Sporthallen-Fahrplan schien wohl nicht zuletzt deshalb gut anzukommen, weil es der Schulbehörde gelungen war, allen Interessengruppen gerecht zu werden – und weil alle nun genug Zeit haben, ihre Positionen zu beziehen. Der erste Termin ist dabei der 29. September. An diesem Sonntag soll der Souverän an der Urne sagen, ob er grundsätzlich die aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Neubauvariante möchte. Ist das der Fall, wird als Nächstes die Schulbehörde dem Gemeinderat die Entfernung der alten Halle aus dem Schutzplan beantragen. Dagegen werden die Neubaugegner, wie längst angekündigt, den Rechtsweg beschreiten.

Sprechen sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hingegen im September gegen das Neubauprojekt aus, ist dieses laut Schulpräsident Weinhappl:

«Auf Eis gelegt ‒ oder besser gesagt: gestorben.»

Im Falle einer Neubauablehnung legt die Schulbehörde an der Gemeindeversammlung vom 24. November ihren Plan B vor: Die Sanierung der alten Oberhofen-Halle, um dort den Schulbetrieb auch künftig zu sichern, und die Erweiterung der Dreifachsporthalle Waldegg um eine Bühne, was wiederum den Bedürfnissen der Vereine gerecht werden soll.

Visualisierung des Neubauprojektes Chäferfäscht.

Visualisierung des Neubauprojektes Chäferfäscht.

(Bild: ZVG/Nightnurse Images)

Der Clou des Fahrplans ist indes, dass die Schulbehörde bereits in der Abstimmungsbotschaft für den 26. September über beide Varianten möglichst detailliert informieren will, auch über deren ungefähre Kosten. «Plus minus 25 Prozent», betont Weinhappl und verspricht: «Die Abstimmungsbotschaft werden wir sehr früh, sicher im August, verschicken, damit sich alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über beide Varianten informieren können – und damit eine breite Diskussion stattfinden kann.»

Sämtliche Traktanden einstimmig genehmigt

So diskussionslos wie Weinhappl über seine Turnhallenpläne informieren konnte, so unspektakulär verlief auch die eigentliche Gemeindeversammlung. Die lediglich 79 erschienenen Stimmbürger hiessen sämtliche Anträge von Gemeinderat und Schulbehörde einstimmig gut. Haupttraktanden waren dabei die jeweiligen Rechnungsabschlüsse.

2020 erzielte die politische Gemeinde anstelle eines budgetierten Verlustes von 250'000 Franken einen Gewinn von 1,445 Millionen. Davon kann sie 800'000 Franken in die Gemeindehaussanierung stecken, welche am 13. Juni an die Urne kommt. Weitere 600'000 Franken fliessen in die Vorfinanzierung eines neuen Werkhofes. Die Schule wiederum schloss ihre Jahresrechnung mit einem Defizit von 157'000 Franken. Budgetiert war ein Verlust von 601'000 Franken.

Gemeindepräsidentin Nadja Stricker stellt den Rechnungsabschluss der Politischen Gemeinde Münchwilen vor.

Gemeindepräsidentin Nadja Stricker stellt den Rechnungsabschluss der Politischen Gemeinde Münchwilen vor.

(Bild: Olaf Kühne)