Gemeindeversammlung
Fünf rauf, zwei runter: Bichelsee-Balterswil passt seine Steuerfüsse an

Die Bichelseer Gemeindeversammlung vom Dienstagabend folgte den Anträgen von Gemeinderat und Schulbehörde.

Christoph Heer
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Gemeindepräsident Christoph Zarth an seiner ersten physisch abgehaltenen Gemeindeversammlung.

Gemeindepräsident Christoph Zarth an seiner ersten physisch abgehaltenen Gemeindeversammlung.

Bild: Christoph Heer

Es sei ein Akt des Agierens, um damit das Reagieren zu vermeiden. Damit machte der Gemeinderat von Bichelsee-Balterswil der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend eine Erhöhung des Steuerfusses um fünf Prozentpunkte schmackhaft – und der Souverän folgt dem Antrag grossmehrheitlich.

Somit hat Politisch Bichelsee-Balterswil neu einen Steuerfuss von 54 Prozent, vorher 49 Prozent. Was das für die hiesige Finanzwelt bedeutet, sind Steuer-Mehreinnahmen pro Jahr von rund 275'000 Franken. Gleichbedeutend heisst das innerhalb des Budgets 2022, dass nicht mehr mit einem Verlust von 332'916 Franken, sondern lediglich noch mit einem Verlust in der Höhe von 58'426 gerechnet wird.

Der Plan des Gemeinderates geht dahin, als dass man infolge kommender Projekte schon jetzt agieren will und nicht erst – wenn es zu spät ist – reagieren muss. Was aber sind denn die anstehenden Projekte? Dazu findet Gemeindepräsident Christoph Zarth, an seiner ersten physisch abgehaltenen Gemeindeversammlung, in seinen Worten viel Wissenswertes. «Wir sollten die notwendigen Investitionen nicht hinausschieben. Mit dieser moderaten Anhebung des Steuerfusses gelingt es uns mittel- bis langfristig, Liquidität für die Rückzahlung von Fremdkapital zu generieren.»

Christoph Zarth weist auf die vorgesehenen Investitionsprojekte hin. Die Digitalisierung des Gemeindearchivs, die Böschungssicherung an der Steigstrasse, die Sanierung der Regenwasserkanalisation Tannenhof in Ifwil, die Sanierung Renendal, die Anschaffung eines neuen Atemschutzfahrzeuges für die Feuerwehr, die Sanierung Rietwies inklusiver Zufahrt Kompostierplatz, Bushaltestellen, oder die Abklärung des Projekts Werkhof. Zarth sagt:

«Das wird uns in naher Zukunft einiges an Aufwendungen kosten. Dank der angenommenen Steuerfusserhöhung agieren wir, ehe wir irgendwann reagieren müssen.»

Es sind am Dienstagabend, von insgesamt 2110 Stimmberechtigten, deren 82, die an der Gemeindeversammlung teilnehmen. Leise Kritik eines Stimmbürgers erfolgt dahingehend, dass es schwach war, wie es nur rund ein Achtel davon zur Vor-Informationsveranstaltung geschafft haben. Dem gegenüber kritisiert jedoch ein weiterer Anwesender, dass vor Wochenfrist das Interesse und der Ansturm wesentlich grösser gewesen wäre, ohne die damals notwendige Covid-Zertifikatspflicht.

Gemeindepräsident Zarth nimmt indes den Wind aus den Segeln, indem er betont, dass man seine Anliegen und Fragen jederzeit beim Gemeinderat deponieren kann. «Doch die Durchführung einer Vorinformation sollte schon besucht werden, da es dabei Platz auf einer ganz anderen Diskussionsebene bietet.»

Schulgemeinde: Kurz und bündig

Schulpräsidentin Andrea Schwager bringt ihre Anträge problemlos durch.

Schulpräsidentin Andrea Schwager bringt ihre Anträge problemlos durch.

Bild: Christoph Heer

Im Vorfeld der politischen Gemeinde begrüsste Schulpräsidentin Andrea Schwager zu ihrer Versammlung. Nach gut 30 Minuten Versammlungsdauer konnte sie ihre Akten bereits wieder schliessen. Dies im Wissen, alle Traktanden genehmigt erhalten zu haben. Der Voranschlag der Erfolgsrechnung 2022 schliesst dabei bei einem Aufwand von 7,4 Millionen Franken mit einem Defizit von 201'000 Franken. Freuen darf sich der Steuerzahler in diesem Fall, denn die Steuerfusssenkung von 98 auf 96 Prozent wird einstimmig gutgeheissen.

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