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Wagenhausen: Kandidat schiesst gegen Gemeinde

Der 70-jährige Pierre Kohler stellt sich am Sonntag zur Wahl für den Wagenhauser Gemeinderat. Vorab hat er ein Flugblatt verschickt, in dem er die Finanzpolitik der Gemeinde beanstandet. Das lässt der abtretende Gemeindepräsident Harry Müller nicht auf sich sitzen.
Rahel Haag
Der Gemeinderat Wagenhausen wehrt sich mit einem Flugblatt gegen die Vorwürfe von Pierre Kohler. (Bild: Rahel Haag)

Der Gemeinderat Wagenhausen wehrt sich mit einem Flugblatt gegen die Vorwürfe von Pierre Kohler. (Bild: Rahel Haag)

Es ist Feuer im Dach. Angefangen hat der Streit zwischen Wagenhausens Gemeinderat und Pierre Kohler mit einem Leserbrief, der am 9. Januar in den «Schaffhauser Nachrichten» erschienen ist. «Es ist nicht in Ordnung, uns sowie unsere Kinder und Enkel für das kurzsichtige, finanziell inkompetente und teils egoistische Verhalten der Verantwortlichen bezahlen zu lassen», schreibt Kohler, der sich kommenden Sonntag zur Wahl für den Gemeinderat stellt.

Pierre Kohler, Gemeinderatskandidat. (Bild: PD)

Pierre Kohler, Gemeinderatskandidat. (Bild: PD)

Innert weniger Jahre seien die Finanzen der politischen Gemeinde völlig aus dem Ruder gelaufen. Die Schulden würden 2019 rund das Vierfache der jährlichen Steuereinnahmen erreichen. Sollte er in den Gemeinderat gewählt werden, würde er sich kompromisslos für die Entschuldung durch Veräusserung von auf Kredit erworbenen Vermögenswerten der Gemeinde einsetzen, verspricht Kohler weiter.

In einem Flugblatt, das er an alle Haushalte der Gemeinde verschickt hat, nennt er ein Beispiel:

«Als Erstes können wir versuchen, die Parzelle beim Bahnhof Etzwilen zu verkaufen.»

Dies sei der schnellste Weg zur Verringerung der Gemeindeschulden, ist Kohler überzeugt.

Diverse Anschuldigungen und Unwahrheiten

Harry Müller, Gemeindepräsident. (Bild: Reto Martin)

Harry Müller, Gemeindepräsident. (Bild: Reto Martin)

Vergangene Woche schlug der Gemeinderat mit einem eigenen Flugblatt zurück. «Wir haben entschieden, die Vorwürfe nicht einfach zu schlucken», sagt Gemeindepräsident Harry Müller. Er tritt kommenden Sonntag nicht mehr an.

Für das Gemeindepräsidium stellt sich Roland Tuchschmid zur Verfügung. Aktuell ist er Gemeinderat und zeichnet für das Ressort Finanzen verantwortlich. Tuchschmid will denn auch am aktuellen Kurs festhalten.

Von «diversen Anschuldigungen und Unwahrheiten», die Kohler öffentlich verbreitet habe, ist im Flugblatt des Gemeinderats zu lesen. Er vergesse, dass in den vergangenen zwölf Jahren ein enormer Investitionsnachholbedarf nötig gewesen sei. Weiter heisst es: «Es liegt dem Gemeinderat sehr daran, mit den zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln so umzugehen, dass Notwendiges vor dem Wünschbaren realisiert werden kann.»

Mit über 90 Prozent Zustimmung der Bürger

Der Gemeinderat habe in den vergangenen zwölf Jahren sämtliche Budgets mit jeweils über 90 Prozent Zustimmung der Stimmberechtigten durchgebracht. «Dementsprechend kann es nicht so falsch sein, was der Gemeinderat macht», sagt Müller. Gleichzeitig beurteile Kohler mit seinen Aussagen somit auch die Stimmbürger, die den Kreditanträgen des Gemeinderats zugestimmt haben.

«Der Gemeinderat handelt nicht egoistisch.»

Pierre Kohler auf der anderen Seite sagt: «Ich will auf Missstände hinweisen und zur Mässigung aufrufen.» Deshalb kandidiere er auch als Gemeinderat. Dass dieser ein Flugblatt gegen einen einzelnen Kandidaten verschicke, nennt Kohler unüblich. «Mich stört die irreführende Darstellung der finanziellen Situation der Gemeinde.»

Zudem gehe es nicht an, dass die Gemeinde mit einem offiziellen Papier mobilmache. «Deshalb habe ich mit einer Rüge reagiert.» Im Brief, welcher der «Thurgauer Zeitung» vorliegt, verlangt Kohler vom Gemeinderat noch vor dem 10. Februar eine Entschuldigung in Form eines Flugblatts.

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