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Gemeinderat Frauenfeld verneint Kurskorrektur beim Hallenbad

Die Stadtparlamentarier wollen den vom Stadtrat vorgegebenen Kurs für den Hallenbad-Neubau mit einem «Vorprojekt Plus» beibehalten. Sie lehnen am Mittwochabend einen Antrag für einen Wechsel auf ein Standardverfahren ab und genehmigen den beantragten Kredit in Höhe von 700'000 Franken.
Samuel Koch
Der Eingangsbereich des sanierungsbedürftigen Hallenbads. (Bild: Andrea Stalder)

Der Eingangsbereich des sanierungsbedürftigen Hallenbads. (Bild: Andrea Stalder)

Bei der bevorstehenden Hallenbad-Sanierung drängt die Zeit. Darüber sind sich die Gemeinderäte weitestgehend einig. Ebenso teilen alle mehr oder weniger dieselbe Meinung, wie das Ziel aussehen soll. Ein Neubau für rund 33 Millionen Franken soll her, wie ihn der Rat bereits im April 2018 beschlossen hatte.

Dass er nun aber am Mittwoch einen Kredit zur Ausarbeitung eines vertieften Vorprojekts als Grundlage für die im nächsten Mai geplante Volksabstimmung für 700'000 Franken durchwinken soll, darüber gab es weniger Einigkeit. So hat Grüne-Gemeinderat Roman Fischer im Namen der Fraktion CH/GLP/Grüne einen Antrag eingereicht.

Dieser verlangt, dass der Stadtrat einen Projektierungskredit vorlegt, der ein normales Vor- und Bauprojekt und nicht das vorgesehene «Vorprojekt Plus» umfasst. Anders als beim Standardverfahren mit einer Volksabstimmung nach Vor- und Bauprojekt soll zuerst das Volk entscheiden und erst dann das Detailprojekt ausarbeitet werden. Die Krux: Die Varianten unterscheiden sich in der Kostengenauigkeit um fünf Prozent, was bei 33 Millionen Bauvolumen eine Differenz von rund 1,65 Millionen ausmacht.

Offene Fragen aus den Fraktionen

Roman Fischer, Gemeinderat Grüne. (Bild: PD)

Roman Fischer, Gemeinderat Grüne. (Bild: PD)

Fischer bemängelte, dass der Stadtrat nicht schlüssig genug beantworten konnte, weshalb er das «Vorprojekt-Plus» wählte. «Die Botschaft ist leider in diesem und anderen Punkten zu wenig aussagekräftig», sagte er. Fischer meinte:

«Wir wollen, dass sich die Stadt genug Zeit nimmt und auf Nummer sicher geht.»

Deshalb beantragte eine Kurskorrektur zum Standardverfahren und damit einen Projektierungskredit von 1,95 Millionen. Dieser Kreditantrag ist höher als jener des Stadtrates. Dafür würde es sich die Kostengenauigkeit von +/- 15 auf zehn Prozent verbessern.

Die Sicht auf den ebenerdigen Haupteingang des neuen Hallenbads mit Blick von Osten her. (Bild: Architekten Koller, Kintat, Bienert/PD)

Die Sicht auf den ebenerdigen Haupteingang des neuen Hallenbads mit Blick von Osten her. (Bild: Architekten Koller, Kintat, Bienert/PD)

Ursula Duewell unterstützte als Sprecherin der GPK Gesellschaft, Gesundheit und Freizeitanlagen den vom Stadtrat vorgespurten Plan. Die GPK stimmte dem Antrag des Stadtrates zwar einstimmig zu, stellte aber noch Fragen. «Das Ziel ist, all diese Fragen bis Ende 2019 zu beantworten, die Kosten zu definieren, eine Kostengenauigkeit von mindestens +/- 15 Prozent zu erhalten und den Terminplan zu fixieren», sagte Duewell.

Trotz Optimismus’ und Tadel für Fischers kurzfristig eingereichten Antrag waren offene Fragen auch in den Voten aus den Fraktionen ein Thema. «Vieles fehlt in der Botschaft», sagte Ralf Frei im Namen der SP-Fraktion, so etwa Informationen zum Betriebsunterbruch oder zur Anbindung des Verkehrs. Christa Zahnd sprach für die Fraktion SVP/EDU von einer «eher mageren» Botschaft. «Der Zeitplan ist sehr ambitiös», meinte SVP-Gemeinderat Christoph Tschanen nach und forderte eine öffentliche Ausschreibung für die Fachplaner. Er sagte:

«Es braucht noch Zeit und Hirnschmalz.»

Offene Fragen und mahnende Worte richtete auch Susanne Dreyer für die Fraktion CVP/EVP an den Stadtrat, wonach «die richtungsweisenden Abklärungen vollständig gemacht werden müssen».

Stadtrat Hugentobler: «Wollen den Drive behalten

Fabrizio Hugentobler, Stadtrat und Departementsvorsteher Werke, Freizeitanlagen und Sport. (Bild: Andrea Stalder)

Fabrizio Hugentobler, Stadtrat und Departementsvorsteher Werke, Freizeitanlagen und Sport. (Bild: Andrea Stalder)

Wege seien viele, das Ziel sei eins, sagte Departementsvorsteher Fabrizio Hugentobler: «Der Stadtrat hat sich für die schnellste Route entschieden.» Das «Vorprojekt Plus» habe den Vorteil, dass in der Planungskommission erfahrene Fachleute sitzen würden. Mit Blick aufs Risiko sagte Hugentobler:

«Und wir müssen nicht zwei Vorlagen vors Volk bringen.»

Im Thurgau gingen schon Abstimmungen mit diesem Verfahren über die Bühne, etwa bei der Erweiterung des Hallenbads Egelsee in Kreuzlingen. Der beanstandete Informationsmangel in der aktuellen Botschaft sei darauf zurückzuführen, dass «sich diese auf vorhergehende Ausführungen stützt». Der Zeitplan sei sportlich, gab Hugentobler zu und ergänzte: «Wir wollen aber den Drive behalten und fachlich fundiert zum Ziel gelangen.»

Schliesslich sprach sich eine Mehrheit des Gemeinderates mit 21 Ja- gegenüber 14 Nein-Stimmen für den Antrag des Stadtrates und gegen den Antrag der Fraktion CH/GLP/Grüne aus. Danach sagte der Rat einstimmig Ja zum 700'000-Franken-Kredit.

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