Wegen hoher Schuldenlast: Aadorfer Gemeinderat deckelt Investitionen

Das Aadorfer Budget 2021 weist ein kleines Defizit aus. Der Steuerfuss bleibt bei 55 Prozent.

Olaf Kühne
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Aadorfer Unternehmen werden vorraussichtlich weniger Steuern zahlen als bis anhin.

Aadorfer Unternehmen werden vorraussichtlich weniger Steuern zahlen als bis anhin.

(Bild:Olaf Kühne)
Matthias Küng Gemeindepräsident

Matthias Küng
Gemeindepräsident

(Bild: Reto Martin)

«Die Steuereinnahmen haben wir nicht mehr so optimistisch budgetiert wie in der Vergangenheit», sagt Aadorfs Gemeindepräsident Matthias Küng – und benennt als Grund natürlich Corona. Bereits jetzt zeichneten sich tiefere Steuerzahlungen von den Aadorfer Unternehmen ab. Und dass zahlreiche Private aufgrund von Kurzarbeit kommendes Jahr weniger Steuern bezahlen werden, sei ebenfalls absehbar.

So wird denn der Aadorfer Gemeinderat seinen Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember ein Budget mit einem Defizit von 395000 Franken vorlegen – keine Riesensumme im Angesicht eines 20-Millionen-Haushalts. Der Steuerfuss der politischen Gemeinde soll denn auch bei 55 Prozent bleiben.

Sozial- und Pflegekosten steigen weiter

Über das restliche Budget weiss Küng nur wenig Spektakuläres zu berichten. So geht der Gemeinderat auch für das kommende Jahr von steigenden Sozial- und Pflegekosten aus; indes im üblichen Rahmen.

Weit mehr treibt denn die Behörde die hohe Verschuldung der Gemeinde um. Diese rührt im Wesentlichen nach wie vor von den 20 Millionen Franken her, welche die Aadorfer in den vergangenen Jahren für ihre Bäder sowie für ein neues Klubhaus für den SC Aadorf ausgegeben haben. Zwar müsste gemäss dem zur damaligen Abstimmung präsentierten Finanzplan der aktuelle Steuerfuss bei über 60 anstelle der aktuellen 55 Prozent liegen. Aber Schulden bleiben Schulden. «Wir haben uns im Gemeinderat mit diversen diesbezüglichen Kennzahlen auseinandergesetzt», sagt Küng. «Am aussagekräftigsten erscheint uns die Pro-Kopf-Verschuldung. Und hier liegen wir mit 2000 Franken klar über dem Durchschnitt.»

Jährlich maximal 2,5 Millionen Franken

So will denn der Aadorfer Gemeinderat den derzeitigen Schuldenberg von rund 20 Millionen Franken nicht einfach mit Lippenbekenntnissen abbauen. Vielmehr hat er für vorerst die nächsten drei bis vier Jahre eine Deckelung der jährlichen Investitionen auf 2,5 Millionen beschlossen – anstatt der bis anhin üblichen 4 bis 5 Millionen. «In der Laufenden Rechnung haben wir kaum noch Spielraum», sagt Küng. «Aber im Strassenbau beispielsweise wird es schnell sehr teuer.» So wolle man in diesem Bereich vorerst nur das Nötigste machen. Keine einfache Sache mit 65 Kilometern Gemeindestrassen, betont Küng. Zudem müsse jedes Vorhaben darauf überprüft werden, ob Nichtstun im Endeffekt nicht teurer werde. «Wir wollen keinen Investitionsstau verursachen.»

Prominentestes Opfer der gemeinderätlichen Sparpolitik ist aber das neue Feuerwehr- und Werkgebäude. Dieses schon weit gediehene 20-Millionen-Projekt wird nun wohl erst in vier Jahren weiterverfolgt.