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Gemeinden im Bezirk Frauenfeld bieten vermehrt Hand für ältere Menschen

Vielerorts findet die Bevölkerung bei Institutionen wie der Spitex oder Pro Senectute eine Anlaufstelle für Altersfragen. Es gibt aber vermehrt auch Gemeinden, die zusätzliche Angebote ins Leben rufen, wie das Beispiel Matzingen zeigt.
Samuel Koch
Vielerorts braucht es für ältere Menschen noch Überwindung, um per Telefon um Rat zu fragen. (Bild: Getty)

Vielerorts braucht es für ältere Menschen noch Überwindung, um per Telefon um Rat zu fragen. (Bild: Getty)

Wer beteiligt sich an einem Rollator? Wo gibt es Unterstützung für zu Hause? Oder wie teuer darf eine Wohnung sein, wenn jemand Ergänzungsleistungen bezieht? Solchen Fragen beschäftigen nicht nur ältere Menschen, sondern auch deren Angehörigen. Und um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, gibt es vielerorts nebst bereits bekannten und verankerten Institutionen Angebote direkt in den Gemeinden. So etwa auch in Matzingen, wo sich Susanne Hugentobler seit rund einem Jahr als Leiterin der Anlaufstelle für Altersfragen und Nachbarschaftshilfe engagiert.

Susanne Hugentobler Leiterin Anlaufstelle für Altersfragen und Nachbarschaftshilfe in Matzingen (Bild: PD)

Susanne Hugentobler Leiterin Anlaufstelle für Altersfragen und Nachbarschaftshilfe in Matzingen (Bild: PD)

Entstanden ist die Stelle in einem gemeindeübergreifenden Workshop der Regio Frauenfeld, wie Hugentobler sagt, die aus dem Gesundheitswesen kommt, hauptberuflich eine Praxis für Farbtherapie und Hypnose führt sowie im Wohn- und Pflegezentrum Neuhaus in Wängi als Stiftungsrätin tätig ist. Wie oft bei ihr das Telefon klingelt, kann Hugentobler nicht sagen.

«Manchmal klingelt das Telefon drei Mal am Tag, manchmal drei Mal im Monat und manchmal mehrere Wochen überhaupt nicht»

sagt Susanne Hugentobler. Das Angebot sei gerade bei älteren Menschen noch zu unbekannt oder die Ratsuchenden würden sich nicht trauen, zum Hörer zu greifen. «Klar braucht es Überwindung, per Telefon eine Beratung in Anspruch zu nehmen», sagt sie. Auch deshalb probiert Hugentobler, sich an Anlässen etwa des Seniorenclubs direkt als Ansprechpartnerin zu zeigen und vorzustellen.

Orientierungshilfe, Triage und Weiterleiten

Hilfe leistet in Matzingen auch die erarbeitete, 16 Seiten umfassende Broschüre, in welcher alle Dienstleistungen und Unterstützungsangebote in der Nähe aufgelistet sind. «Meistens gebe ich bei Anfragen eine Orientierungshilfe, mache eine Triage und schicke die Ratsuchenden direkt zu Experten», meint Hugentobler. Im Fokus der Gemeinde stünde das Angebot für Altersfragen, auch wenn Zuzüger hie und da auch Fragen zu Themen wie der Betreuung von Kindern für Berufstätige an sie richten.

Walter Hugentobler, Gemeindepräsident Matzingen. (Bild: Donato Caspari)

Walter Hugentobler, Gemeindepräsident Matzingen. (Bild: Donato Caspari)

Der Matzinger Gemeinderat hat nach dem Workshop im Regio-Verbund noch zwei weitere Themen bearbeitet: die Verkehrssituation und Wohnen im Alter. «Beim ersten ging es primär um die Rösslikreuzung, die ausserhalb des Einflussbereiches der Gemeinde liegt», sagt Gemeindepräsident Walter Hugentobler. Wohnen im Alter sei zwar komplex, eine Gruppe arbeite jedoch aktuell an einem Konzept für Wohnformen. Für die Anlaufstelle seiner Schwester zieht der Gemeindepräsident ein positives Fazit:

«Die Anlaufstelle per Telefon, aber auch die Broschüre kommen sehr gut an»

sagt Walter Hugentobler. Es sei eine weitere Dienstleistung innerhalb der Gemeinde, die günstig genutzt werden könne. «Wichtig ist, dass man sich vernetzt und im Bedarfsfall weiss, wo man Unterstützung erfährt», meint er. Zwar erhalte Susanne Hugentobler eine kleine Entschädigung für ihre Arbeit. «Die Kosten sind aber marginal», meint der Gemeindepräsident.

Standaktion soll Hemmschwelle senken

Susanne Hugentobler ist sich bewusst, dass das Angebot der Anlaufstelle noch in den Kinderschuhen stecke. Trotzdem hofft sie, dass das Angebot in Zukunft noch reger genutzt wird. «Deshalb fragen wir auch vermehrt Vereine an oder nehmen direkt Kontakt mit Altersheimen auf», sagt sie. Eine Aktion, die ebenfalls mehr Zulauf bringen soll, ist die Standaktion am Tag der älteren Generation vom nächsten Montag. «So kann das Angebot wachsen, und die Menschen verlieren die Hemmschwelle, sich bei mir zu melden.»

Tag der älteren Generation, Standaktion beim Coop Matzingen an der Thundorferstrasse 1, Mo, 1. Oktober, 9.30 bis 12.30 Uhr.

Gebündelte Projekte im Regio-Verbund

Die Schweizer Age-Stiftung fördert die gesellschaftliche Wahrnehmung der Themen Älterwerden und Wohnen im Alter und unterstützt dabei Projekte. Im Oktober 2014 startete die Förderstiftung das Programm «Socius – wenn Älterwerden Hilfe braucht» und leistete vereinzelt Anschubfinanzierungen. Als eine von zehn Regionen in der Schweiz organisierte die Regio Frauenfeld Aufbau und Betrieb von bedürfnisorientierten Unterstützungssystemen für ältere Menschen. So lancierten nebst Matzingen und der Stadt Frauenfeld auch Stettfurt, Pfyn und Warth-Weiningen gebündelt Projekte für Altersfragen. (sko)

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