Eschlikon und Münchwilen einigen sich auf gemeinsamen Schiessbetrieb

Münchwiler und Eschliker Schützinnen und Schützen teilen sich die Anlage in Hurnen. Die Gemeindeversammlungen müssen die erforderlichen Ausgaben noch absegnen.

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Schiessbetrieb im Schützenhaus Hurnen.

Schiessbetrieb im Schützenhaus Hurnen.

(Bild: ZVG)

(red/kuo) Die Gemeinden Münchwilen und Eschlikon haben eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Nutzung der Schiessanlage in Hurnen unterzeichnet. Dies teilt der Eschliker Gemeinderat am Freitag in seinen Gemeindenachrichten mit. Die Absichtserklärung legt fest, dass sich die Gemeinde Münchwilen an den künftigen Investitionen beteiligen will. Im Gegenzug garantiert Eschlikon den obligatorischen Schiessbetrieb für beide Gemeinden.

Die vom Gemeinderat verabschiedete Vereinbarung mit Münchwilen sieht vor, dass die schiesspflichtigen Münchwiler ihre obligatorische Schiesspflicht auf der Schiessanlage Hurnen erfüllen können. Dieses Recht wird mit jährlich 5000 Franken entschädigt und gilt längstens drei Jahre. Die Schiesszeiten werden durch diese Vereinbarung nicht ausgedehnt – die Schützen Eschlikon haben zugesichert, dass ein allfälliges, zusätzliches «Obligatorisches» im Trainingsplan aufgefangen würde.

Die gemeinde- und vereinsübergreifende Zusammenarbeit ist die Folge eines Münchwiler Entscheides: Mit der 2018 erfolgten Sanierung des Kugelfanges der dortigen 300-Meter-Schiessanlage wurde der Schiessbetrieb auf diese Distanz definitiv eingestellt. Der bisherige 50-Meter-Stand hingegen wurde in Münchwilen zu einem 50/25-Meter-Pistolenschiesstand umgebaut und der Kugelfang entsprechend den Vorschriften des Bundes ebenfalls saniert. Der Betrieb dieser Schiessanlage bleibt unverändert bestehen

Der «Zuzug» der Münchwiler Schützen sorgte vor einem Jahr in Hurnen noch für Unmut. An einem diesbezüglich Informationsanlass – mit 30 Teilnehmern – wurden insbesondere Stimmen von Dorfbewohnern laut, die sich um zusätzlichen Schiesslärm und Verkehr sorgten. Gar eine Reduktion der Immobilienpreise wurde befürchtet.

Gemeinden investieren 400000 Franken

Mit der Absichtserklärung bringen die beiden Gemeinden ihren gegenseitigen Willen zum Ausdruck, die Schiessanlage Hurnen gemeinsam zu betreiben und die anstehenden Investitionen gemeinsam zu tragen, schreibt der Gemeinderat weiter. Um den Schiessbetrieb aufrecht zu erhalten, sind jedoch die Kugelfänge zu ersetzten, die Trefferanzeige zu modernisieren, die Schützenstube massvoll auszubauen und der Lärmschutz zu verbessern. Gleichzeitig wird der Munitionstresor vom alten Schützenhaus in Eschlikon nach Hurnen verlegt. Zusammen belaufen sich diese Investitionen auf rund 400000 Franken, welche von beiden Gemeinden hälftig aufgeteilt werden.

Die definitive Vereinbarung wird, unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gemeindeversammlungen, auf Anfang 2021 in Kraft gesetzt. Die regionale Zusammenarbeit bringe beiden Gemeinden Vorteile, ist der Gemeinderat überzeugt. Während Eschlikon ohne grosse zusätzliche Lärmbelastung mit einem finanziellen Zuschuss rechnen könne, finde Münchwilen eine Regelung für die obligatorische Schiesspflicht.

Bodensanierung steht noch an

Die Sanierung der Scheibenstände läuft derweil wie geplant voran. Während der Scheibenstand in Wallenwil fertig saniert ist, stehen die Arbeiten in Eschlikon vor dem Abschluss. Noch ist die Instandstellung nicht abgeschlossen und die Aufforstung ist ebenfalls noch ausstehend. Der Scheibenstand Hurnen wird nach der Schiesssaison 2020 saniert – allenfalls in Koordination mit den weiteren Arbeiten an der Schiessanlage, insbesondere der Installation der Kugelfänge.

An derselben Sitzung hat der Eschliker Gemeinderat übrigens den Schiessplan für das Schützenhaus Hurnen zur Kenntnis genommen. Der Plan sieht wie im Vorjahr 33 Schiesstage vor und beinhaltet abermals das Gastrecht der Schützen aus Münchwilen.