Gemeindehaus und Werkhof: In Münchwilen rufen zwei Grossprojekte an die Urne

Vor gut einem Jahr haben die Münchwiler den Verkauf der Waldegg-Liegenschaften an der Urne abgelehnt. Damit hat auch das Werkhof-Projekt einen Dämpfer erlitten. Der Gemeinderat will es nun aber wieder in Angriff nehmen.

Roman Scherrer
Drucken
Über die Sanierung des Gemeindehauses – im Bild vorne rechts – sollen die Münchwiler im kommenden Mai befinden.

Über die Sanierung des Gemeindehauses – im Bild vorne rechts – sollen die Münchwiler im kommenden Mai befinden.

Bild: Olaf Kühne

Sein Ablaufdatum hat es eigentlich erreicht. Denn das Gebäude an der Waldeggstrasse 7, in dem der Münchwiler Werkhof untergebracht ist, eignet sich für diesen Zweck nicht mehr. Die Liegenschaft ist alt, baufällig und die Platzverhältnisse für die Mitarbeiter sind ungünstig.

Eine Lösung für das Problem stand vor gut einem Jahr bereit: der Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften Waldeggstrasse 4, 5 und 7 für 3,4 Millionen Franken. Das Geld hätte die Gemeinde für den Bau eines neuen Werkhofs als Anbau an das bestehende Feuerwehrgebäude verwenden können. Die Münchwiler lehnten den Verkauf an der Urne aber deutlich ab.

Vorhandene Studie dient als Grundlage

An der Situation im Werkhof ändert das allerdings nichts. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, das Problem wieder in Angriff zu nehmen. «Es ist bereits eine Vorstudie für einen neuen Werkhof als Anbau beim Feuerwehrgebäude vorhanden», sagt Gemeindepräsidentin Nadja Stricker. Die Studie müsse allerdings ausgearbeitet und optimiert werden. «Es hat sich gezeigt, dass für eine geeignete Zufahrt mehr Platz benötigt wird, als auf der gemeindeeigenen Parzelle vorhanden ist.»

Um mit den erforderlichen zusätzlichen Quadratmetern planen zu können, muss der Gemeinderat deshalb zunächst mit den Eigentümern über den Verkauf einig werden. «Sie sind zu Gesprächen bereit», sagt Stricker. Grundsätzlich sei das Ziel, so schnell wie möglich einen neuen Werkhof zu erstellen. «Damit wieder zumutbare Arbeitsbedingungen herrschen», ergänzt Stricker. Im Herbst 2022 will der Gemeinderat den Baukredit für das Projekt an die Urne bringen.

Der Neue Werkhof soll an das bestehende Feuerwehrgebäude angebaut werden.

Der Neue Werkhof soll an das bestehende Feuerwehrgebäude angebaut werden.

Bild: Olaf Kühne

Ob der Werkhof auch zügig gebaut werden kann, hänge stark von der Entwicklung der Gemeindefinanzen ab, betont Stricker. Nicht zuletzt, weil es zuvor ein weiteres grosses Projekt zu stemmen gilt. So sollen die Stimmbürger im Bezirkshauptort im kommenden Mai an der Urne über die Sanierung des 1982 erbauten Gemeindehauses befinden.

Nadja StrickerGemeindepräsidentin Münchwilen

Nadja Stricker
Gemeindepräsidentin Münchwilen

Bild: Olaf Kühne

Mit 2,2 Millionen Franken kostet das Vorhaben einen ordentlichen Batzen, allerdings kann die Gemeinde dafür auf Rückstellungen zurückgreifen. «Es ist in erster Linie eine energetische Sanierung», erklärt Stricker. Alle Fenster sollen ersetzt und das Dach saniert werden. Ausserdem ist eine Fotovoltaikanlage auf dem Haus vorgesehen. Die Gemeindepräsidentin versichert:

«Wir werden keine riesigen Grundrissveränderungen im Innern vornehmen.»

Allerdings sollen die Sozialen Dienste, welche sich derzeit an der Frauenfelderstrasse befinden, ins Gemeindehaus ziehen. «Organisatorisch und aus sicherheitstechnischen Gründen macht das mehr Sinn», sagt Stricker. Neu sollen die Sozialen Dienste im Obergeschoss des Gemeindehauses angesiedelt werden, in Räumlichkeiten, welche derzeit noch fremdvermietet sind.

Waldegg-Liegenschaften haben nicht erste Priorität

Was die gemeindeeigenen Liegenschaften an der Waldeggstrasse anbelangt, will der Gemeinderat die Situation neu beurteilen. «Das hat aber nicht erste Priorität. Die Stimmbürger haben sich schliesslich klar gegen den Verkauf entschieden», sagt Nadja Stricker.

Man habe dieses Thema mit den Ortsparteien besprochen, die etwa vorgeschlagen haben, die Gebäude abzubrechen. «So entsteht aber eine Brache, welche meist längere Zeit bestehen bleibt», sagt Stricker und nennt das Beispiel der Liegenschaft «Ochsen». Nachdem diese abgebrochen wurde, lag das Grundstück mehrere Jahre brach, bis die Migros dort ihr Wohn- und Geschäftshaus baute.

Die gemeindeeigenen Waldegg-Liegenschaften, auf der rechten Seite der Waldeggstrasse. Im Vordergrund der Werkhof.

Die gemeindeeigenen Waldegg-Liegenschaften, auf der rechten Seite der Waldeggstrasse. Im Vordergrund der Werkhof.

Bild: Olaf Kühne

Sollte der Gemeinderat ein Verkaufsangebot für die Liegenschaften an der Waldeggstrasse erhalten, werde man dieses natürlich prüfen, sagt Stricker. «Wir werden aber nicht aktiv einen Verkauf angehen.» Die Zukunft der drei Grundstücke ist derzeit also noch offen.

Aktuelle Nachrichten