Gemeinde Wängi plant künftige Gestaltung des Friedhofs – unter anderem wegen eines Bestattungstrends

Weniger Erd- und mehr Urnenbestattungen führen zu mehr Grünflächen auf dem Wängemer Friedhof. Zudem wird der Platz beim Gemeinschaftsgrab knapp. Die Gemeinde führt deshalb eine sogenannte Friedhof-Entwicklungsplanung durch.

Roman Scherrer
Drucken
Teilen
Auf dem Wängemer Friedhof vor der evangelischen Kirche sind viele freie Rasenflächen vorhanden.

Auf dem Wängemer Friedhof vor der evangelischen Kirche sind viele freie Rasenflächen vorhanden.

Bild: Roman Scherrer

Selten stellt es ein Problem dar, wenn mehr Grünflächen entstehen. Aus diesem Grund besteht für die Gemeinde Wängi aber Handlungsbedarf beim Friedhof. «Bei den Bestattungen ist bereits seit längerem ein Trend weg von Erd- hin zu Urnenbestattungen in Einzelgräbern oder dem Gemeinschaftsgrab zu erkennen», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. So werde für Gräber einerseits weniger Platz benötigt, andererseits stosse das Gemeinschaftsgrab an seine Kapazitätsgrenze.

Der Gemeinderat will deshalb eine sogenannte Friedhof-Entwicklungsplanung durchführen und damit die künftige Gestaltung des Friedhofs sowie allfällige neue Bestattungsarten festlegen. Mit dem Budget 2020 haben die Wängemer Stimmbürger den dazu berücksichtigten Betrag von 25'000 Franken bewilligt.

Bei dem Vorhaben werde die Gemeinde von einer Firma begleitet, welche auf Friedhof-Entwicklungsplanungen spezialisiert ist, sagt Gemeindeschreiber Timo Bär. «Sie analysiert und vermisst zunächst den Friedhof. Anschliessend wird man sehen, welche Flächen man überhaupt entwickeln kann.»

Veränderung beim Gemeinschaftsgrab

Timo BärGemeindeschreiber Wängi

Timo Bär
Gemeindeschreiber Wängi

Der Platzbedarf soll auf einen Zeithorizont von 30 Jahren berechnet werden. Mit den Grundlagen, welche die Planer liefern, wird die Friedhofskommission später – in Zusammenarbeit mit den beiden Kirchgemeinden – die Massnahmen festlegen. Was sich konkret auf dem Wängemer Friedhof verändern wird, ist zurzeit aber noch nicht klar. Beim Gemeinschaftsgrab wird der Platz knapp. Deshalb ist zumindest sicher, dass es in diesem Bereich eine Veränderung geben wird, erklärt Bär und ergänzt:

«Die Art und Weise ist aber noch völlig offen.»

In der aktuellen Phase will die Gemeinde mögliche Anliegen und Anregungen aus der Bevölkerung einholen. «So erfahren wir womöglich von nicht optimalen Situationen, denen wir uns gar nicht bewusst sind», sagt Bär. Man wisse beispielsweise, dass die Kieswege nicht optimal seien für Personen, welche mit einem Rollator den Friedhof besuchen. Bär betont:

«Die Anregungen aus der Bevölkerung sind auch wichtig, weil der Friedhof ein Ort der Begegnung und mit Emotionen verbunden ist.»

Die Friedhof-Entwicklungsplanung soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Laut Timo Bär ist es möglich, dass ein Ausführungskredit bereits mit dem Budget 2022 beantragt werden kann. Die Ausführung selber ist dann auch in Etappen denkbar.