Gemeinde Sirnach reagiert auf Kritik an neuem Bahnhofplatz

Die Aufwertung der Sirnacher Bahnhofumgebung ist zum grössten Teil abgeschlossen. Die Arbeiten sind dank des milden Winters schnell vorangekommen.

Roman Scherrer
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Eine Sicherheitsmassnahme: Wenn der Bus auf dem umgestalteten Sirnacher Bahnhofplatz hält, können andere Fahrzeuge nicht mehr überholen.

Eine Sicherheitsmassnahme: Wenn der Bus auf dem umgestalteten Sirnacher Bahnhofplatz hält, können andere Fahrzeuge nicht mehr überholen.

(Bild: Roman Scherrer)

Einiges fehlt noch, das Wichtigste steht aber. Und mit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember konnte der Linienbus wieder über den Sirnacher Bahnhofplatz verkehren. Dieser erhielt zuvor während mehrerer Wochen Bauzeit ein Facelifting. Ein überdachter Wartebereich, behindertengerechte Buskanten oder die WC-Anlage sind nur ein Teil der Neuerungen. Sirnachs Gemeindepräsident Kurt Baumann schwärmt:

«Es ist eine gefreute Sache. Die Investition hat sich gelohnt.»

Der Bahnhofplatz sei die Visitenkarte des Dorfs. «Deshalb freut es uns besonders, dass er jetzt schöner ist als zuvor.»

Kurt BaumannGemeindepräsident Sirnach

Kurt Baumann
Gemeindepräsident Sirnach

(Bild: Olaf Kühne)

Dem milden Winter sei es zu verdanken, dass die Arbeiten bereits im Dezember grossmehrheitlich abgeschlossen werden konnten, erklärt Baumann. «Es sind Kleinigkeiten, die noch fehlen. So werden demnächst noch ein Defibrillator und eine Anzeigetafel des Busbetriebes installiert.» Zudem fehle noch ein Veloständer. Und bei der Verglasung der Wartehalle bestünden noch Lieferschwierigkeiten.

Gemeinde entgegnet Kritik an Zufahrt

Der neue Bahnhofplatz erhielt jedoch nicht von allen Seiten gute Noten. Kaum fuhr der Bus wieder dort durch, wurde im Dorf Kritik laut, dass die Zufahrt zur Bushaltestelle zu schmal sei und zwei Busse deshalb nicht aneinander vorbeifahren könnten.

Die kommunale Abteilung Bau und Liegenschaften entgegnet dem nun indirekt in den aktuellen Gemeindenachrichten. So könne es im Abendverkehr vorkommen, dass sich zwei Busse auf Höhe des Restaurants Avola begegnen. Die Planungsgruppe habe sich aber bewusst, «schon in den ersten Studien», für diese Variante entschieden. Entsprechend sei das neue Trottoir so ausgestaltet worden, dass der Bus darauf ausweichen kann.

In seiner Mitteilung äussert sich das Amt für Bau und Liegenschaften zudem zu den breiteren und höheren Buskanten – und der folglich schmaleren Fahrspur vor dem Bahnhofgebäude:

«Diese Variante wurde beim Bahnhof Sirnach deshalb gewählt, da keine Wartezeiten für die Busse vorgesehen sind.»

Dass andere Fahrzeuge warten müssen und den haltenden Bus nicht überholen können, erhöhe die Sicherheit für Fussgänger, welche die Fahrbahn überqueren.

Laut Kurt Baumann steht die Kostenabrechnung für die «Aufwertung Bahnhofumgebung» noch aus. «Aufgrund des reibungslosen Bauverlaufes gehen wir aber davon aus, dass wir das Budget einhalten können», sagt er. Im Dezember 2018 bewilligten die Sirnacher Stimmbürger rund 755'000 Franken für das Projekt, an dem sich auch die SBB beteiligen.