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Geisslibach bei Schlattingen bekommt für 750'000 Franken Freigang

Die Gemeinde will den Geisslibach renaturieren. Dafür braucht es am 24. Mai das Ja der Stimmbürger. Es ist jedoch Gegenwind aus der Landwirtschaft zu erwarten.
Thomas Güntert
Ingenieur Urban Fenner von der Firma Fröhlich Wasserbau und Gemeindepräsident Peter Mathys am Geisslibach. (Bild: Thomas Güntert)

Ingenieur Urban Fenner von der Firma Fröhlich Wasserbau und Gemeindepräsident Peter Mathys am Geisslibach. (Bild: Thomas Güntert)

Ein Bach wie früher: Der Geisslibach soll renaturiert werden. Dafür gibt es für das Gemeindegebiet von Basadingen-Schlattingen eine Konzeptstudie. Die entsprechenden Sanierungsetappen erstrecken sich über 20 Jahre und verursachen Kosten von rund fünf Millionen Franken. Bei der Gemeindeversammlung vom 24. Mai geht es für die Stimmbürger um einen ersten Objektkredit von 750'000 Franken. Hintergrund für diese Bachrevitalisierung bildet das neue Gewässerschutzgesetz. Dieses verpflichtet die Kantone zu einer strategischen Planung für die Revitalisierung von Gewässern.

Drei Namenswechsel auf 14 Kilometern

Der Geisslibach ist einer der längsten Bäche des Kantons Thurgau. Er entspringt am Stammheimerberg auf einer Höhe von 545 Meter als Heldbach, wird auf der südwestlichen Fliessrichtung alsbald zum Schlierenbach, bei Waltalingen zum Mühlebach und in Schlattingen zum Geisslibach. Beim Bootshafen in Diessenhofen mündet das kühle Gewässer nach rund 14 Kilometern sodann in den Rhein. (gün)

Der erste Abschnitt erstreckt sich von der Axpo-Brücke bis zur Furtmühle. Bei der Axpo-Brücke soll das Steilufer abgeflacht werden, damit der Bach mehr Raum bekommt und Kiesbänke für die natürliche Fortpflanzung des Fischbestandes entstehen können. Die vorhandenen Längsverbauungen werden grösstenteils entfernt und der östliche Flurweg rund 150 Meter verlegt. Der grösste Eingriff ist im Naturschutzgebiet Sürch geplant, wo der Bach einen Nebenlauf bekommt, der bei Hochwasser überflutet wird, und so beim Rückfluss verschiedene Teiche und Tümpel entstehen. Bei der Wasserabfluss-Messstelle unterhalb der Furtmühle mit dem rund 70 Zentimeter hohen Abfall soll eine Fischgängigkeit hergestellt werden. Zudem wird auf dem Teilstück die vorgeschriebene Gewässerraumausscheidung durchgeführt.

Den grössten Teil zahlen Bund und Kanton

Die Fröhlich Wasserbau AG aus Frauenfeld hat für den Abschnitt 10, «Im Sürch», eine Kostenberechnung über 731'000 Franken erstellt, wobei Bund und Kanton 80 Prozent der Gesamtkosten übernehmen. Für die Gemeinde Basadingen-Schlattingen bleiben Nettokosten von 150'000 Franken. Zusätzlich werden weitere Gelder beantragt.

«Energieproduzenten sind verpflichtet, Reserven für solche Projekte anzulegen. Und bei den Umweltverbänden hoffen wir, dass sie nicht nur Forderungen stellen, sondern ein sinnvolles Projekt auch aktiv unterstützen.»

Das erklärt Gemeindepräsident Peter Mathys. Er fügt hinzu, dass entsprechende Anträge auch weitere Projekte innerhalb des Geisslibach-Revitalisierungskonzepts betreffen können. Fischer planten beispielsweise Eingriffe, um die natürlichen Lebensbedingungen und Laichmöglichkeiten der Fische zu verbessern.

Bei einem Nein würden Planungskosten steigen

Gemeindepräsident Mathys erwartet aber Gegenwind von den Bauern, die den Verlust von Kulturland befürchten. Mathys sagt:

«Beim momentan bearbeiteten Abschnitt halten sich diese in Grenzen.»

Lediglich die mit dem Projekt verknüpfte Gewässerraumausscheidung bringe gewisse Einschränkungen in der Bewirtschaftung mit sich, für die es keine Entschädigungen wie bei der Revitalisierung geben wird. Maths betont, dass der Gewässerraum zu Gunsten der Landwirtschaft asymmetrisch ausgeschieden wird und die Bauern zusätzliche Fördermittel für Pflegearbeiten an den Uferböschungen beantragen können. Das Projekt muss nach der Gewässerschutzgesetzgebung auch weiterbearbeitet werden, wenn der Objektkredit abgelehnt wird. Es gäbe eine Verzögerung, und mit einer Redimensionierung könnten die effektiven Sanierungskosten allenfalls in geringem Masse reduziert werden. «Die Planungskosten aber würden mit Sicherheit steigen, und wir hätten weniger Nutzen bei gleichen Kosten zu erwarten», hält Mathys fest.

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