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Pro und Contra: Gehört Luxus auf das Festivalgelände?

Komfortables Wohnen in Premium Lofts gegen triviales Campieren auf dem Zeltplatz. Man gönnt sich ja sonst nichts und lebt schliesslich nur einmal, sagen die einen. Die anderen sind überzeugt: Wer nicht im Dreck gelegen hat, verpasst das wahre Open Air.
Der Blick zu zwei VIP-Gästen in einer Premium Loft. (Bild: Andrea Stalder, Juli 2017)

Der Blick zu zwei VIP-Gästen in einer Premium Loft. (Bild: Andrea Stalder, Juli 2017)

Pro

Wer hat, der hat. – Wer hat, der gibt aus. – Wer ausgibt, sorgt für Wohlstand. Seit gestern sind die Eingangsschleusen zum grössten Hip-Hop-Festival Europas in Frauenfeld wieder offen. Während der nächsten drei Tage tummeln sich insgesamt 180000 Besucherinnen und Besucher auf der Frauenfelder Allmend und frönen ihrem favorisierten Musikgeschmack. Dieser Tage rollt der Rubel also nicht nur an der Fussball-WM in Russland, sondern auch in und um die Stadt Frauenfeld.

Samuel Koch, Redaktor.

Samuel Koch, Redaktor.

Manchen genügt ein gewöhnlicher Besuch an einem Open Air nicht mehr. «Wenn schon, denn schon», heisst die Devise. Manche residieren in Lofts, legen sich in weiche Betten, geniessen auf einer schattigen Terrasse Gratisdrinks mit bester Aussicht auf die Bühnen und surfen mit ihren frisch aufgeladenen Smartphones über Wlan im Internet. «Man gönnt sich ja sonst nichts», argumentieren sie. Wieso auch nicht?! – Andere Zeiten, andere Gewohnheiten. «Yolo» – «You only live once.» – Man lebt halt nur einmal, Punkt! Wer alle Open-Air-Gänger als Schnösel, als verweichlichte und verwöhnte Vornehmtuer abstempelt, tut Unrecht und soll sich mal entspannen! Unser kapitalistisches System funktioniert nach den einfachsten Prinzipien Angebot und Nachfrage. Wer sich beim Metzger an der Theke statt einem trockenen Rädli Lyonerwurst ein Stück saftiges Roastbeef schnappt, muss sich nicht schämen. Und wer statt einer Wanderschaft im Alpstein lieber Badeferien auf einer Yacht an der Côte d’Azur macht, muss sich in der heute konsumwahnsinnigen Gesellschaft auch nicht genieren. Es braucht nicht das Wissen eines Ökonomie-Professors, um die Gewinner der bevorstehenden Dekadenz rund um das «Frauenfelder» zu küren. Stadt und Region dürfen sich glücklich schätzen, dass die besten Hip-Hopper der Welt jährlich zum Publikumsmagnet von ausgabefreudigen, jungen Menschen mutieren. Hiesige Firmen bauen Bühnen auf und ab, das Geschäft der Taxiunternehmen boomt, Detailhändler steigern ihre Umsätze – auch ausserhalb der Grossen Allmend.

Wer hat, der hat. – Wer hat, der gibt aus. – Wer ausgibt, sorgt für Wohlstand. Und das nicht nur für seinen eigenen auf der Terrasse über seiner Loft mit Erfrischungsgetränk im Liegestuhl liegend mit Blick auf Eminem. Lebt und lasst leben!

Bild: Andrea Stalder
Migos am Open Air Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)
Bild: Andrea Stalder
Bild: Andrea Stalder
Migos am Open Air Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)
Bild: Andrea Stalder
Migos am Open Air Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)
Bild: Andrea Stalder
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Bild: Andrea Stalder
Nerd mit Pharell Williams am Open Air Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)
Bild: Reto Martin
Nerd mit Pharell Williams am Open Air Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)
Bild: Andrea Stalder
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Bild: Reto Martin
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Bild: Reto Martin
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Bild: reto Martin
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Der Donnerstag am Open Air Frauenfeld

Contra

Sie machen auf dicke Hose. Mit glitzernden Ketten, grossen Armbanduhren und Markenklamotten. Je mehr, desto besser, lautet das Motto – oder: je teurer, desto cooler. Sie wollen so sein wie ihre Idole auf der Bühne, die Hip-Hop-Fans am Open Air Frauenfeld. Würde Eminem in einem Zelt übernachten? Bestimmt nicht! Dementsprechend ist das auch für viele seiner Anhänger keine Option. Ausser es schimpft sich «Premium Tent». Das hört sich fresh an. Drei Nächte in einem Zelt inklusive Luftmatratze, Schlafsack, Campingstuhl und Stromanschluss. Wow! Da bezahlen die verblendeten Fans gerne 600 Franken pro Nase.

Rahel Haag, Redaktorin.

Rahel Haag, Redaktorin.

Aber es ist und bleibt halt doch ein Zelt. Irgendwie blöd. Aber keine Panik, es geht noch sexier. Die Organisatoren haben sich was ganz Tolles einfallen lassen und bieten die Möglichkeit, in einem Premium Loft zu nächtigen. Zum Preis von 1800 Franken für zwei Personen. Im vergangenen Jahr waren’s noch hundert Franken weniger, aber: Who cares! Dafür gibt’s ein richtiges Bett mit Decke und Kissen. Wie daheim, so schön. Nicht sexy genug? Dann muss es wohl die Premium Mansion sein. Schon der Name erinnert ein wenig an Playboy. Da schmelzen die Hip-Hop-Herzen und die fetten Ketten auf der Brust gleich mit. Geboten werden Betten für acht Personen in vier Lofts. Dazu – halten Sie sich fest – eine eigene Terrasse im Obergeschoss. Alles in allem bezahlt man dafür läppische 12560 Franken.

Die scharfen Hip-Hop-Bunnys müssen aber selber aufgerissen werden. Alles können die Organisatoren schliesslich nicht übernehmen. Hoffentlich stammen die Girls nicht vom gewöhnlichen Zeltplatz, sonst läuft man Gefahr, sich mit Krankheiten wie dem Norovirus zu infizieren. Igitt, igitt! Obwohl, im Premium Bereich ist bestimmt auch der Besuch der WC-Anlage ein Genuss. Luxus ist ja nett, aber an einem Open Air hat er definitiv nichts verloren. Ganz oder gar nicht, sollte die Devise lauten. Wer nicht im Dreck gelegen und am Ende keine Rückenschmerzen hat, kann auch daheim bleiben. Denn: Das wahre Open Air findet auf dem Zeltplatz statt. Was man dort erlebt, kann man sich für kein Geld der Welt kaufen.

Eminem, USA, Skyline Stages, Freitag, 23.10 Uhr bis Samstag, 00.40 Uhr. (Bild: Stefan Schaufelberger)
Wiz Khalifa, USA, Skyline Stages, Samstag, 23.25 Uhr bis Sonntag, 00.40 Uhr. (Bild: PD)
Jermaine Lamarr Cole, USA, Skyline Stages, Donnerstag, 23.20 Uhr bis Freitag, 00.35 Uhr. (Bild: PD)
Migos, USA, Skyline Stages, Donnerstag, 21 bis 22 Uhr. (Bild: PD)
Savas&Sido, DE, Skyline Stages, Samstag, 20.25 bis 21.55 Uhr. (Bild: PD)
Skepta, UK, Skyline Stages, Freitag, 00.45 bis 2 Uhr. (Bild: PD)
French Montana, USA, Skyline Stages, Donnerstag, 22.10 bis 23.10 Uhr. (Bild: PD)
Ty Dolla $ign, USA, Skyline Stages, Samstag, 17.55 bis 19 Uhr. (Bild: PD)
Joey Bada$$, USA, Skyline Stages, Donnerstag, 19.40 bis 20.50 Uhr. (Bild: PD)
Genetikk, DE, Skyline Stages, Samstag, 00.50 bis 2 Uhr. (Bild: PD)
Prinz Pi, DE, Skyline Stages, Samstag, 22.05 bis 23.15 Uhr. (Bild: Benjamin Manser)
Haftbefehl, DE, Skyline Stages, Sonntag, 00.50 bis 2 Uhr. (Bild: PD)
Rin, DE, Skyline Stages, Freitag, 21.50 bis 23 Uhr. (Bild: PD)
Lo&Leduc, CH, Skyline Stages, Samstag, 15.35 bis 16.35 Uhr. (Bild: Mareycke Frehner)
Belly, USA, Skyline Stages, Freitag, 16 bis 17.50 Uhr. (Bild: PD)
Coely, BE, Skyline Stages, Freitag, 15.50 bis 16.50 Uhr. (Bild: PD)
Russ, USA, Skyline Stages, Donnerstag, 16.55 bis 18.05 Uhr. (Bild: PD)
Miami Yacine, DE, Skyline Stages, Samstag, 13.30 bis 14.25 Uhr. (Bild: PD)
Bausa, DE, La Fabrik Stage, Freitag, 20.25 bis 21.15 Uhr. (Bild: PD)
Stereo Luchs, CH, Soul City, Donnerstag, 14 bis 14.45 Uhr. (Bild: PD)
Danitsa, CH, Soul City, Samstag, 12.45 bis 13.30 Uhr. (Bild: PD)
Physical Shock, CH, Skyline Stages, Freitag, 14.40 bis 15.40 Uhr. (Bild: PD)
Junglepussy, USA, La Fabrik Stage, Freitag, 16.25 bis 17.15 Uhr. (Bild: PD)
Ali, CH, Soul City, Freitag, 12.45 bis 13.30 Uhr. (Bild: PD)
Ahzumjot, DE, Soul City, Donnerstag, 15.15 bis 16 Uhr. (Bild: PD)
Lil Xan, USA, Skyline Stages, Samstag, 16.45 bis 17.45 Uhr. (Bild: PD)
Bas, USA, La Fabrik Stage, Donnerstag, 17.45 bis 18.35 Uhr. (Bild: PD)
27 Bilder

Diese Hip-Hop-Künstler treten am Open Air Frauenfeld 2018 auf

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