Glosse

Gegen Frust nach den Thurgauer Grossratswahlen hilft etwas Verdi

Murgspritzer zu den noch zögerlichen Anmeldungen fürs Thurgauer Gesangsfest im Mai in Frauenfeld.

Stefan Hilzinger
Drucken
Teilen
Der Männerchor Buch bei Frauenfeld - ein Leuchtturm der Chorszene.

Der Männerchor Buch bei Frauenfeld - ein Leuchtturm der Chorszene.

(Bild: Reto Martin)

«Nur ein Jahr mit einem grossen Fest ist ein gutes Jahr.» Dieser Satz steht zwar nicht in den Legislaturzielen des Frauenfelder Stadtrates. Könnte er aber und müsste er eigentlich, gerade jetzt, wo sich bei dem einen oder anderen Entzugserscheinungen auf das unvergessene Mitsommerfest im vergangenen Juni breitmachen.

Stefan Hilzinger, Redaktor.

Stefan Hilzinger, Redaktor.

(Bild: Reto Martin)

Doch 2020 wird ein gutes Jahr werden, soviel jetzt schon fest. Bücherfest, Aufwärmparty vor der Tour de Suisse, Winzerfest, Kinderfest und so weiter und so fort stehen in der Agenda. Es ist beinahe unmöglich, nebst all den Festivitäten vor der Haustüre die Ferien mit der Familie zu planen.

Im Mai findet in der Frauenfelder Altstadt das kantonale Gesangsfest statt. Leider sind Singen und Heuen nicht mehr Teil des Lehrplans Thurgauer Volksschule, auch bekannt als Lehrplan 21. Da muss es nicht wundern, wenn das OK sich den Kopf zerbricht, weil sich erst 56 Thurgauer Chöre angemeldet haben.

Dabei ist singen noch gesünder als Sport. Gemeinsames Singen hält das Stresshormon Cortisol in Schach, stärkt die Lungen und fördert die Gemeinschaft. Wer weiss, vielleicht finden sich ja nach dem 15. März Ad-hoc-Chöre zusammen, die am Gesangsfest teilnehmen wollen? Mit Verdis «Va, pensiero!» liesse sich der Frust über den nicht gewonnenen Sitz im Grossen Rat trefflich von der Seele schmettern.

Mehr zum Thema