Gegen Ausbeutung im Thurgauer Rotlichtmilieu

In einem breit abgestützten Vorstoss erkundigen sich Thurgauer Kantonsrätinnen und Kantonsräte zum Themenbereich Schutz und Prävention im Milieu.

Drucken
Teilen
Sind Frauen im Rotlichtmilieu genügen geschützt?

Sind Frauen im Rotlichtmilieu genügen geschützt?

Bild: Urs Bucher

(seb.) Die Kriminalpolizei hat ihre Kontrollen im Rotlichtmilieu gedimmt. Eine Beschwerde und eine Strafanzeige stellen deren Rechtmässigkeit in Frage. Das wirkt sich auch auf die Kontrollvorgaben aus: Im Budget des Kantons sind für das Jahr 2021 noch 90 Kontrollen unter dem Stichworten Betäubungsmittel und Milieu vorgesehen; im laufenden Jahr war die Zielsetzung bei 260.

EVP-Kantonsrätin Doris Günter.

EVP-Kantonsrätin Doris Günter.

Bild: Donato Caspari

Der Kanton hält fest, erst müssten die Rechtslage geklärt oder genügende Grundlagen geschaffen werden. Auf diese Problematik verweisen auch Doris Günter (EVP, Winden) und weitere Kantonsräte in einem Vorstoss. Sie skizzieren das Problem: Prostitution sei in der Schweiz zwar legal, aber es gebe kein Gesetz, «das für dieses Gewerbe die Grundlage legt».

Die Vorstösser fragen, wo die Regierung beim Thema Menschenhandel und Prostitution Handlungsbedarf sehe. Weiter erkundigen sie sich danach, wie die Regierung sicherstelle, dass die Arbeitsbedingungen menschwürdig sind und keine Ausbeutung stattfindet. Sie wollen auch erfahren, wie verhindert werden könnte, dass Betroffene ganz in die Illegalität abgedrängt werden.

Zu den Interpellanten zählen neben Günter Didi Feuerle (GP), Elisabeth Rickenbach (EVP), Corinna Pasche (CVP), Elina Müller (SP) und Peter Schenk (EDU). 60 Kantonsräte haben den Vorstoss mitunterzeichnet. (seb.)