Kolumne

Gefährliche Höhe

Murgspritzer - Antikapitalisten demonstrierten in der Thurgauer Kantonshauptstadt und haben Glück, dass sie nicht auf einem von der Streetparade bekannten Love-Mobil durch die Stadt gezogen sind.

Samuel Koch
Drucken
Teilen
Samuel Koch, Redaktor im Ressort Frauenfeld & Untersee. (Bild: PD)

Samuel Koch, Redaktor im Ressort Frauenfeld & Untersee. (Bild: PD)

Die Demonstranten kehren nach Frauenfeld zurück. Zurück in die Zukunft? Voraus in die Gegenwart? – Egal. Es war jedenfalls am vergangenen Donnerstagabend, als der Chronist bei einem Blick in die Altstadtgasse plötzlich eine 25-köpfige Horde schwarz gekleideter und vermummter Antikapitalisten entgegenkommen sah. Unweigerlich tauchen Fragen auf: Ist denn heute schon wieder der 1. Mai? Trägt der FC Winterthur nun seine Heimspiele plötzlich auf dem Rasen der Kanti Frauenfeld aus? Oder haben sich ein paar Sachsen auf dem Weg nach Chemnitz verirrt?

Als lautstark die Sprechchöre «Freiheit für alle politischen Gefangenen» erklingt, senkt sich der Puls. Glücklicherweise suchten keine Hooligans oder Rechtsextreme den Wohnort heim, sondern lediglich ein paar Jungspunde der «Revolutionären Jugend Thurgau». Pffff, harmlos! Auch wenn sie mit Fackeln und Rauchpetarden bewaffnet kurzerhand für pyrotechnische Stimmung sorgten. In ihrer eigenen Wahrnehmung seien sie bei der Kundgebung auf «durchaus positive Resonanz aus der lokalen Bevölkerung gestossen». Hätten sie das verdutzte Gesicht des Chronisten gesehen, hätte ihr postdemonstratives Urteil wohl anders ausgesehen.

Sei’s drum! Glücklicherweise war die Horde Antikapitalisten nur zu Fuss unterwegs. Man stelle sich vor, sie hätten auf ihrem Weg von der Altstadt über die Rheinstrasse bis in den Lindenpark auf einem von der Streetparade bekannten Love-Mobil demonstriert. Die legendäre und schweizweit bekannte Deppenfalle hätte einmal mehr zugeschnappt, ehe die neuen Infrarotsensoren, Warnlichter und das Tempo-30-Regime eingeführt worden wären. Das Gelächter und die Pein wären nicht nur den Antikapitalisten, sondern auch Frauenfeld sicher gewesen wie das Amen in der Kirche!

Antikapitalisten ziehen ohne Bewilligung durch die Frauenfelder Innenstadt

Am Donnerstagabend sind rund 25 vermummte Linksautonome ohne Bewilligung durch die Frauenfelder Strassen marschiert. Während sie vereinzelt Pyros und Rauchpetarden zündeten, schrien sie lautstark linkspolitische Parolen. Patrouillen der Kantonspolizei Thurgau lösten die Gruppierung schliesslich auf.
Samuel Koch