Gefährliche Kreuzung
Nach vielen Unfällen, auch mit tödlichen Folgen, naht der entschärfende Kreisel auf der Hauptstrasse zwischen Frauenfeld und Warth-Weiningen

Beim Abzweiger West-/Thurstrasse planen die Behörden den Bau eines Kreisels. Die Stadt hat ihre Aufgaben gemacht, jetzt ist der Kanton an der Reihe. Voraussichtlicher Baustart ist während der Sommermonate.

Samuel Koch
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Über eine Linksabbiegespur finden die Autofahrer aus Warth-Weiningen den Weg von der West- in die Thurstrasse.

Über eine Linksabbiegespur finden die Autofahrer aus Warth-Weiningen den Weg von der West- in die Thurstrasse.

Bild: Donato Caspari
(Frauenfeld,
1. Dezember 2020)

Täglich bis zu 10'000 Fahrzeuge rollen über die Thurstrasse in Richtung Frauenfeld oder aus der Stadt heraus. Tendenz steigend, denn mit dem Ausbau der Kaserne Auenfeld voraussichtlich bis ins Jahr 2023 dürfte die Anzahl zunehmen, gerade was den Schwerverkehr mit Armeelastwagen oder gar Panzern betrifft. Auch deshalb setzen Stadt und Kanton nun beim Abzweiger West-/Thurstrasse die schon lang gehegte Pläne in die Tat um.

An dieser gefährlichen Kreuzung passieren vorbeifahrende Fahrzeuge stillstehende oftmals mit Tempi von 80 km/h oder mehr, die über den Linksabbiegestreifen in Richtung Stadtzentrum unterwegs sind. In der Datenbank der Kantonspolizei Thurgau weisen etliche Unfallrapporte auf die Gefahr auf dieser Kreuzung hin, einige gar mit tragischen Folgen. Zuletzt verstarb dort im Herbst 2013 ein 26-jähriger Töfffahrer, nachdem ihn ein links abbiegendes Auto von Warth-Weiningen herkommend übersehen hatte. Ein Unglück mit identischem Verlauf spielte sich bereits im Dezember 2004, als ein 20-jähriger Motorradfahrer auf der verhängnisvollen Kreuzung sein Leben lassen musste.

Wegen des Unfallschwerpunktes und des Sicherheitsdefizits, wie in der jetzigen Projektgenehmigung des Stadtrates steht, bauen die Behörden auf der sogenannten T-Kreuzung der Kantonsstrasse einen Betonkreisel. Von den Gesamtkosten von rund 1,58 Millionen Franken für den Kreiselbau sowie die Sanierung der kommunalen Thurstrasse bis zum Kreisel Thur-/Haubitzenstrasse muss die Stadt lediglich knapp 180'000 Franken beisteuern. Weil gegen die öffentliche Planauflage keine Einsprachen eingegangen sind, hat der Stadtrat jetzt das Projekt genehmigt und einen Gesamtkredit von 195'000 Franken gesprochen.

Dieses Geld hat die Stadt jetzt dem kantonalen Tiefbauamt zugesichert, denn der Kanton ist bei diesem Strassenbauprojekt federführend und übernimmt die restlichen Kosten. Wann genau der Baustart erfolgt, steht noch nicht im Detail fest, wie Benedikt Eberle, stellvertretender Kantonsingenieur, auf Anfrage sagt. Zuletzt sei ein neuer Projektleiter mit den Plänen vertraut gemacht worden. Was aber bis zum definitiven Zeitplan noch fehlt, sind die Arbeitsvergaben.